Thomas Theloke war seit 2013 Mitglied unseres Vereins. Durch intensives Studium der damals noch nicht digitalisierten Kirchenakten hat er sich umfangsreiches Wissen über die Geschichte der St.-Laurentiuskirche erworben. Im Verein war er die „letzte Instanz“ zur Rheinsberger Kirchengeschichte. Mit Kantor Hartmut Grosch, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband, hat er tagelang über die Baugeschichte, insbesondere der beiden Orgeln, diskutiert. Legendär ist ihr „Streit“ über die Geschichte und Bedeutung der vier Säulen im Kirchenschiff. Tagelang haben wir mit ihm in der Brauthalle der Kirche gesessen, um die endlosen Antragsformulare zum Leaderprojekt „Restaurierung der Rheinsberger Kirche“ auszufüllen, letztlich erfolgreich, denn ab 2018 wurde die Kirche restauriert. Von Hartmut Grosch hat er die Aufgabe der Kirchenführungen übernommen.
Unser Vereinsmitglied Sandra Bothe erinnert sich:
„2018/19 hatten wir als Rheinsberger Restauratorengemeinschaft die wunderbare Aufgabe, den Innenraum der Laurentiuskirche zu restaurieren. Ganze zwei Jahre haben wir fast täglich mit einem Team aus sechs Restauratoren die Ausmalung der Renaissancezeit freigelegt und restauriert und auch die Sandsteinepitaphien sowie die Emporen nebst Kirchengestühl überarbeitet. Thomas, der die Bauleitung als Vertreter der Kirchengemeinde übernahm, wurde schnell zu unserem „Fels in der Brandung“. Stets sorgte er für gute Laune, kochte uns Kaffee und fragte nahezu täglich unsere Entdeckungen und neuen Erkenntnisse ab. Seinem neugierigen und kritischem Blick entging nichts.
Nicht selten „zwang“ Thomas mich zu einer gemeinsamen Mittagspause und lud mich zur Bockwurst mit Brötchen ein. Auch diskutieren wir gern bei einem Feierabendbier über so mache Unstimmigkeiten in den Geschichtsbüchern, Quellen und Aussagen früherer Chronisten. Schon viele Jahre zuvor gab ich ihm den Spitznamen „mein Bruder Thomas“, da er über ein reiches Wissen an Kirchengeschichte verfügte und damit ein wichtiges Puzzleteil zu unserer Stadtgeschichte war. Thomas machte sich nichts aus seinem sächsischen Dialekt. Im Gegenteil, er nutzte ihn gezielt, um vor der Brauthalle mit Touristen ins Gespräch zu kommen und lud diese dann zu einem Kirchenbesuch ein. Immerhin hat uns Thomas die Neuauflage eines Kirchenführers hinterlassen. Wie gern würde ich heute noch über die unterschiedlichen Baugeschichtsdaten mit ihm philosophieren.“
Im Verein war er stets bereit, zusätzliche Aufgaben, wie das Offenhalten des „Haus der Stadtgeschichte“ für Besucher, zu übernehmen. Wir werden ihn vermissen, nicht nur als Vereinsmitglied, sondern auch als warmherzigen und engagierten Freund.

