Reyk Grunow
(aus: Märkische Allgemeine; 12.09.2026)
….Villa in Rheinsberg
Im hinteren Teil des Hauses sind die Bauleute schon weiter, auch wenn selbst dort noch viel zu tun ist. Immerhin stand das Haus mehr als 20 Jahre lang leer, bevor die Firma Sunbender es gekauft hat. Sechs Wohnungen zwischen 65 und 90 Quadratmeter sind geplant, Fertigstellung voraussichtlich Anfang bis Mitte 2027. Die Maisonettwohnung im Obergeschoss bekommt neben einem tollen Ausblick sogar eine riesige, 70 Quadratmeter große Dachterrasse. Eine der schönsten Wohnungen ist fast fertig. Sie liegt in einem der Nebengebäude, die im Gegensatz zum Haupthaus nicht unter Denk-malschutz stehen. Der Bau war einet Remise und Pferdestall in einem. Jetzt beherbergt er einen grollen modernen Raum mit Loftcharakter und mit historischen Eisentreppen, grollen Sprossenfenstern und einem Wohnbereich, der sich lieber zwei Etagen zu ziehen scheint. „Am liebsten würde ich hier selbst einziehen ", sagt Leif Miller. Allerdings hat er schon ein anderes Haus. Das Haus Wittkopf in Rheinsberg ist eines der vielen Baudenkmale in der Region, die am Sonntag, 13. September, beim Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sind. Ab 11 Uhr kann sich jeder im Vorderhaus an der Berliner Straße 44 ein Bild vom Baufortschritt machen. Ab 14 Uhr führt Restaurator Jochen Hochsieder Besucher über das Gelände. Auch die Gewerbeeinheit im Erdgeschoss ist dann zu besichtigen. „Die Räume waren ideal für eine Arztpraxis " , sagt Leif Miller. Vielleicht für eine gynäkologische Praxis? Oder einen Hautarzt? Noch steht das nicht fest. Küche, Nebenräume und Toiletten für die mögliche Praxis finden in dem ehemaligen Trafohaus Platz, das die Bauherren extra erhalten haben und ausbauen wollen. Oben auf dem Dach entsteht die Terrasse für die Maisonettewohnung. Die Praxisräume bekommen einen barrierefreien Zugang, das ist klar. Mit dem restlichen Ausbau will die Firma Sunbender aber noch etwas warten. Die könnte dann so erfolgen, wie die späteren Nutzer es sich wünschen, sagt Jochen Hoch-sieder. Rundherum erwartet die Bewohner jede Menge Natur. „Ich bin Biologe", sagt Miller. Er war sehr lange Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Nabu, lebt seit etwa 20 Jahren in Heinrichsdorf und hat sich in der Gegend schon für diverse Natur- und Artenschutzprojekte starkgemacht. Artenschutz ist ihm auch am Haus Wittkopf extrem wichtig. In die Rückwand des Trafohauses ließ Miller ' spezielle Nistkasten einsetzen, hergestellt von einer Firma in den Niederlanden. Die Kästen gen sich nahtlos ins Mauerwerk ein. Dazu gibt es noch jede Menge weitere Nistgelegenheiten für Vögel, etwa für Halbhöhlenbrüter, aber auch für Fledermäuse. Kaum waren die Kisten eingemauert, sind auch schon die ersten Bewohner eingezogen: Sperlinge. „ Genauer Haussperlinge", sagt der Bauherr, lächelt und wirkt zufrieden. An dieser Stelle geht seine Idee schon mal auf.
