(aus: Ruppiner Anzeiger; 17.07.2026)
Prinz Heinrich als Keramik-Büste
Den Hohenzollern, dessen Geburtstag sich zum 300. Mal jährt, gibt es jetzt als Büste in der Rheinsberger-Keramik-Manufaktur.
Rheinsberg. Wie hat Prinz Heinrich von Preußen, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr in Rheinsberg groß gefeiert wird, wirklich ausgesehen? Es gibt nur wenige Gemälde, die den Hohenzollern, der über 50 Jahren in Rheinsberg Hof gehalten hat, zeigen. Und dennoch ist er zurzeit in der Stadt allgegenwärtig. Er grüßt von zahlreichen Plakaten in Schaufenstern, die neben seinem Konterfei Sprüche enthalten, die verraten, wie er die Welt damals gesehen hat. Doch nicht nur in der Öffentlichkeit ist der Prinz, der von 1748 bis 1802 in Rheinsberg residiert hat, präsent: Sowohl die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg, der einheimische Carnevalsclub, der Kunst- und Kulturverein, die Musikkultur und nicht zuletzt Rheinsberger Künstler erinnern mit Veranstaltungen, Ausstellungen und anderen Aktionen an das Wirken des jüngeren Bruders von Friedrich dem Großen.
Erste Korrekturen am Modell
Auch Jelle Dierickx, der neue Künstlerische Leiter der Kammeroper Schloss Rheinsberg, hat das Programm des diesjährigen Opernfestivals dem Prinzen Heinrich gewidmet. Am 18. Januar, als der Geburtstag des Prinzen mit einer Festveranstaltung gefeiert wurde (wir berichteten), präsentierte der aus Belgien stammende Theatermacher zwei Fieren, die Heinrich und dessen Schwester Wilhelmine ähnlich waren und denen das Publikum in diesem Opernsommer immer wieder begegnen sollte. Und so ergab sich die Frage, wäre das was Rheinsberg und die Keramik? Obwohl es von Heinrich etliche Abbildungen, Gemälde und auch Büsten gibt, wollte die Rheinsberger Keramikmanufaktur mit der Anfertigung einer Plakette und einer Büste einen Beitrag aus Anlass des Geburtstages leisten. Doch die Herstellung eines solchen Kunstwerkes ist nicht einfach. Dietmar Siperek, der Geschäftsführer der RKM, sowie
Katharina Schmeling und der Keramik-Designer Hendrik Schink machten sich dennoch an die Arbeit. Unsere Zeitung, die den Fertigungsprozess begleiten durfte, war dabei, als an einem Modell erste Korrekturen am Gesicht abgestimmt und vorgenommen wurden. Da ging es um die Form der Nase, um die Augen und die Kopfform als Ganzes. „Es waren winzige Kleinigkeiten, aber schließlich sollte der Prinz so echt wie möglich aussehen", berichtet Katharina Schmeling, die die Feinheiten umgesetzt hat, bevor das Modell die Grundlage für eine Form bildete. Diese Form, bestehend aus zwei Hälften, wurde dann von der Keramikerin für den ersten Abguss mit Modellgips vorbereitet. Dazu wurden die beiden Teile zusammengefügt, abgedichtet und mit der flüssigen Masse aus speziellem Gips gefüllt. Nach dem Aushärten dient das Ergebnis als Modell für die endgültige Form, in der dann zahlreiche weitere Büsten im Gießverfahren hergestellt werden können. Jelle Dierickx und Hendrik Schink, die voller Erwartung sind, wie das Ergebnis am Ende aussehen wird, sind überzeugt, dass es Liebhaber geben wird, die eine Büste des Prinzen kaufen werden. Schließlich wird Heinrich, der gegenwärtig nur den Plakaten zu sehen ist, noch über das ganze Jahr in Rheinsberg im Mittelpunkt stehen - bei der Kammeroper, in seinem Schloss, in einer Ausstellung des Vereins Stadtgeschichte, in Vorträgen und in den zahlreichen Veranstaltungen. Jürgen Rammelt
[Foto] Katharina Schmeling in der Rheinsberger Keramik-Manufaktur mit dem Designer Hendrik Schink bei letzten Korrekturen für die Büste von Prinz Heinrich. Foto: Jürgen Rammelt
[Scrippt mittig] Es waren Kleinigkeiten, aber schließlich sollte der Prinz so echt wie möglich aussehen.
Katharina Schmeling Rheinsberger Keramikmanufaktur
