(aus: Ruppiner Anzeiger; 18.07.2026)
Ein Monument für die Ewigkeit
Heinrichs Obelisk im Rheinsberger Schlosspark erinnert an 28 Helden des Siebenjährigen Krieges.
Rheinsberg. Oberhalb der Erdterrassen gegenüber dem Rheinsberger Schloss prägt ein steinernes Monument den Blick über. den Grienericksee: Es ist der Obelisk, den Prinz Heinrich von Preußen zur Erinnerung an die Helden des Siebenjährigen Krieges errichten ließ. 235 Jahre ist es her, dass das Denkmal mit 3000 Gästen feierlich eingeweiht wurde. Weil in diesem Jahr in Rheinsberg der 300. Geburtstag des Prinzen Heinrich groß gefeiert wird, stand am Dienstag das steinerne Monument im Mittelpunkt des Julivortrages des Vereins Stadtgeschichte. Heinrich selbst hielt die Ansprache, als das Monument 1791 eingeweiht wurde. Mit dabei am Dienstag, waren wie immer bei solchen Anlässen, Mitglieder des Vereins in historischen Kostümen - die Rheinsberger Hofgesellschaft.
Am Warenthiner Damm ging es los
Startpunkt des abendlichen Spazierganges mit über 50 Teilnehmern war der vier Alleenplatz am Warenthiner Damm, wohin diese zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einem Busshuttle gelangten. Letzterer startete am Kronprinzen-denkmal vor dem Schloss. Von da aus führte der Spaziergang auf historischem Pfaden und Alleen zur Malesherbessäule, zum Grabmal für teure Verstorbene, auch Katakombe genannt, und schließlich zum Obelisken. Der 1791 eingeweihte Obelisk ist das am weitesten sichtbare, aber wohl auch umstrittenste Denkmal im Rheinsberger Gartenreich. Prinz Heinrich ehrte mit diesem späten Monument vor allem seinen Bruder August Wilhelm und all jene Offiziere, die seiner Meinung nach von Friedrich II. für ihre Kriegsleistungen nicht ausreichend gewürdigt worden waren. Es war eine spannende Wanderung, bei der Mathias Gebauer, der Fachbereichsleiter der Schlösserstiftung und Chef des Rheinsberger Schlossgartens viel Interessantes zu berichten wusste. Mehrfach wurde der Obelisk, der im Laufe der Jahre gelitten hatte und Beschädigungen aufwies, in der Vergangenheit restauriert. Nach dem letzten Krieg waren vor allem die Buchstaben der Beschriftung auf den Tafeln, auf denen die Feldherren in französischer Sprache gewürdigt wurden, abhandengekommen Wie ältere Rheinsberger berichteten, waren diese aus den Tafeln herausgebrochen und als Buntmetall verkauft worden. Erst eine großzügige Spende machte es möglich, dass vor einigen Jahren die Beschriftung erneuert werden konnte. Aber auch die gesamten Terrassenanlage wurde nach dem historischen Vorbild gestaltet. Erneuert beziehungsweise restauriert wurden ebenso die Einzäunung des Denkmals, die steinernen Eckfiguren und das Prinz August-Wilhelm-Relief. Wer heute von der Schlossinsel über den See zum Obelisken schaut, der sieht das Bild, wie es sich bereits vor über 200 Jahren den Besuchern zeigte. Jürgen Rammelt
[Foto) Jürgen Rammelt Gartenchef Mathias Gebauer (im roten T-Shirt) führte die mehr als 50 Teilnehmer durch sein Reich. Mit dabei: die Rheinsberger Hofgesell'schaft - Vereinsmitglieder in historischen Kostümen
[Scrippt mittig] Mehrfach wurde der Obelisk, der im Laufe der Jahre gelitten hatte, restauriert.
