Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 12.05.2026)
Lesen gegen das Vergessen in Rheinsberg
Veranstaltung Rund 40 Zuhörer gedachten am Sonntag auf dem Hof des Schlosses der Bücherverbrennung 1933.
Rheinsberg. Mit rund 40 Teilnehmern hat die Veranstaltung „Lesen gegen das Vergessen" am Sonntag in Rheinsberg einen guten Zuspruch gefunden. Mit der Lese-Aktion möchte die Rheinsberger Friedensrunde an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 erinnern. Während die bisherigen Veranstaltungen jeweils auf dem Kirchplatz stattfanden, wurde dieses Jahr auf dem Hof des Rheinsberger Schlosses gelesen. Das hatte seinen guten Grund, indem die Organisatoren um Jane Zahn gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten im Prinz-Heinrich-Jahr ein Zeichen für Geistesfreiheit und die Kraft des Wortes setzen wollten.
Musik von Detlev Schälicke
So kam am Sonntag auch Prinz Heinrich, dessen 300. Geburtstag dieses Jahr in Rheinsberg groß gefeiert wird, zu Wort. Von ihm las Dana Kresse, die Rheinsberger Schlosschefin einen Text. Weitere Vorleser waren der OPR-Landrat Ralf Reinhardt, die Präsidentin des Landtages Brandenburg und Schirmherrin des Prinzenjubiläums Dr. Ulrike Liedtke, sowie Jakob Heyde von der evangelischen Kirchengemeinde. Aber auch der Leiter des Bildungscampus Rheinsberg, Marc Lungfiel, Friedrun Ferdinand von der SPD, der Berliner Schauspieler Viktor Pawel, Jane Zahn, Gabriele Lubanda und Winfried Milller von der Friedensrunde sowie Paul Schmudlach erinnerten mit ihren Lesebeiträgen an die Bücherverbrennung der Nazis. Moderiert wurde die Veranstaltung, die von Detlev Schälicke musikalisch begleitet wurde, von Gudrun Kurzke. Vorgetragen wurden unter anderem Beiträge von Dietrich Bonhoeffer, Kurt Tucholsky, Mascha Kaléko, Georg Heym, Erich Kästner und dem Dalai Lama. Hans-Norbert Gast vom Verein Stadtgeschichte nutzte die Gelegenheit, in seinem Redebeitrag auf den 26. Mai zu verweisen. An diesem Tag wird der Stadtgeschichtsverein sein Buch „Rheinsberg im Jahr 1945" vorstellen, das er gemeinsam mit dem Film-Journalisten und Moderator Knut Elstermann herausgebracht hat. jra
