Gedenken 30 Menschen trafen sich am Dienstag am Mahnmal für die Verfolgten des Nationalsozialismus auf dem städtischen Friedhof von Rheinsberg. Eingeladen hatte die Linke. Von Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 29.01.2026)
Mit einer beeindruckenden Veranstaltung ist am Dienstag in Rheinsberg der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Eingeladen hatte der Regionalverband Rheinsberg-Lindow der Partei Die Linke. Mit rund 30 Teilnehmern, darunter Mitglieder von SPD, CDU und Grünen, der Friedensrunde sowie des Vereins Stadtgeschichte und weitere Bürger der Stadt, fand die Veranstaltung trotz des winterlichen Wetters eine beachtliche Resonanz.
Moderiert wurde sie von Gudrun Kurzke von den Linken, die auch dem Ortsbeirat von Rheinsberg angehört. Redner waren Günter Steffen von der CDU, gefolgt von Jane Zahn von der Friedensrunde, Jörg Möller vom Verein Stadtgeschichte sowie Petra Hanf von den Grünen und Manfred Richter (SPD). Ein Vertreter der Stadt war nicht anwesend.
In ihren Beiträgen erinnerten die Redner an das millionenfache Leid, an die Gräueltaten und Verbrechen, die besonders mit der Befreiung der Konzentrationslager sichtbar wurden. Besonders Richter erinnerte eindrücklich daran, dass es Deutsche waren, die den industriellen Massenmord planten, die Vernichtungsmaschinerie erfanden und die Verbrennungsöfen errichteten. „Dass dies nicht vergessen wird und dass so etwas nicht wieder passieren darf, dafür sind wir hier", so der ehemalige Bürgermeister.
Auf das Kriegsende und die Verbrechen der Nazis ging auch Jörg Möller ein. Er berichtete, der Verein Stadtgeschichte werde aus diesem Anlass ein Buch herausgeben, in dem die Ereignisse des Jahres 1945 in Rheinsberg, zu denen auch der Todesmarsch gehört, beschrieben werden.
Letzte Rednerin war Rheinsbergs Pfarrerin Ute Eisenack, die genauso wie ihre Vorredner deutlich machte, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe. Sie beendete ihre Ansprache mit einem Gebet, in dem sie den Wunsch nach Frieden und das Streben der Menschen nach einem Miteinander in den Mittelpunkt stellte.
Nach einer Minute des Gedenkens wurden von den Teilnehmern Blumen und Gebinde am Mahnmal für die Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus (VVN) und an den Gräbern der Gedenkstätte niedergelegt.
[Bildtitel:] Nach den Ansprachen und einer Gedenkminute wurden Blumen am Mahnmal niedergelegt. Foto: Jürgen Rammelt
