Kultur Das Rheinsberger Keramik-Haus präsentiert die 16. Edition des Jahresbechers. Er ist dem Prinzen Heinrich gewidmet und in einer Stückzahl von 365 hergestellt worden. Von Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 15.01.2026)
Das neue Jahr hat in Rheinsberg sogleich mit einem Highlight begonnen. Dafür sorgte einmal mehr das „Keramik-Haus", das am Eingang zur Rhinpassage mit seinen Angeboten in der Tradition der über 250-jährigen Keramikproduktion in Rheinsberg steht. Neben der Ausstellung der „100 schönsten Tassen Europas" wurde am Neujahrstag die jüngste Edition des in limitierter Auflage hergestellten Rheinsberger Jahresbechers vorgestellt.
Der Becher ist in diesem Jahr etwas Besonderes: Er ist aus Anlass des 300. Geburtstages des Prinzen Heinrich von Preußen dem Hohenzollern gewidmet, der in Rheinsberg über 50 Jahre Hof gehalten und auch im Garten der Schlossanlage seine Ruhestätte gefunden hat. „Die Idee, den Becher dem Jubilar zu widmen, hatte der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg", berichtet Wolfgang Tietze, der mit seiner Frau Christel im Keramik-Haus Töpfer- und Keramikwaren aus ganz Deutschland und darüber hinaus anbietet. Wie in der Ausstellung informiert wird, hat der Geschichtsverein die Materialien für die Gestaltung des Jahresbechers zur Verfügung gestellt.
Bereits in den ersten Stunden nach der Eröffnung des Keramikgeschäfts am Neujahrsmorgen hatten sich Gäste eingefunden. Die allgemeine Bewunderung galt neben den reichlich vertretenen Keramikprodukten dem aktuellen Jahresbecher. Aber auch die Tassen von Keramikkünstlern aus ganz Europa, die in einer Art Setzkasten zum Kaufen locken, fanden das Interesse der Besucher. Für Wolfgang Tietze, der 2009 das Rheinsberger Keramik-Haus mit seiner Frau gegründet hat, ist es bereits die 16. Edition des beliebten Jahresbechers.
Hergestellt und gestaltet wurden die kunstvollen Gefäße diesmal von Susanne Geisler, die in Berlin-Hoppegarten ihre Werkstatt hat. Filigran gestaltet, wurden die Becher aus Porzellan geformt. Die 1963 in Berlin geborene Malerin und Keramikkünstlerin hat nach einer Lehre mehrere Jahre als Gesellin in unterschiedlichen Töpferwerkstätten gearbeitet.
Nach dem Rheinsberger Karl Fulle, der den ersten Becher herstellen durfte, sowie den weiteren Keramikern hatte Wolfgang Tietze bei Susanne Geisler angefragt, ob sie den 2026er-Becher mit dem Bezug zu Prinz Heinrich kreieren möchte. Das Gefäß aus Porzellan, das es in zwei Varianten gibt, ziert der originale Schriftzug, wie ihn Heinrich für Rheinsberg verwendete sowie dessen Monogramm und die sehr persönliche Unterschrift mit der französischen Variante „Henri".
Mit Seriennummer
„Jeder der Becher ist ein Unikat und als Sammleredition signiert", sagt Wolfgang Tietze. Hergestellt werden grundsätzlich nur 365 Exemplare. Zu besonderen Anlässen, wie Jahrestagen, Geburtstagen, Ehrungen und Jubiläen, wurden seit Jahrzehnten kunstvoll gestaltete Teller, Vasen, Krüge, Kelche und Pokale verschenkt. „Daher ist es ein ganz besonders Gefühl, wenn man ein solches Gefäß in den Händen hält", erklärt auch eine Besucherin, die sich gerade in einen der Becher verliebt hat. In einem speziellen Geschenkkarton und mit einer Seriennummer versehen, ist der zum Verkauf stehende Jahresbecher ein Exponat, das für Aufsehen sorgt.
Für Wolfgang Tietze ist sowohl der Jahresbecher als auch die Tassenausstellung eine Erfolgsgeschichte. „In den bisherigen Ausstellungen waren unzählige Keramiker mit ihren Tassen vertreten", sagt er. „Tausende dieser unverwechselbaren Trinkgefäße wurden bisher an Besucher aus aller Welt verkauft." Auch die limitierten Jahresbecher seien ein beliebtes Mitbringsel aus der Keramikstadt Rheinsberg.
Wenn am kommenden Sonntag, 18. Januar, in Rheinsberg die Auftaktveranstaltung zum Heinrich-Jubiläum stattfindet, ist auch der Verein Stadtgeschichte beteiligt. Von 13 bis 16 Uhr besteht aus Anlass „h300" die Möglichkeit, im Haus der Stadtgeschichte die Ausstellung des Vereins zu besichtigen, den speziellen Kalender zum Heinrich-Jahr zu kaufen, und auch der Jahresbecher wird in Kooperation mit dem Keramik-Haus angeboten.
[Bildtitel oben:] Wolfgang Tietze zeigt den Becher in den beiden Ausführungen. Fotos: Jürgen Rammelt
[Bildtitel unten:] Der eine ist etwas bauchig, der andere eher schlank.
