Bestattung Der Rheinsberger Künstler findet am kommenden Sonnabend seine letzte Ruhe auf dem städtischen Friedhof. Nach der Trauerfeier sind alle, die ihn mochten, zu einem Gedenken eingeladen. Von Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 05.01.2026)
Der am 9. November nach kurzer Krankheit im Alter von 94 Jahren verstorbene Künstler Tony Torrilhon findet auf dem städtischen Friedhof von Rheinsberg seine letzte Ruhestätte. Dort befindet sich auch die Grabstätte seiner 2005 verstorbenen zweiten Frau Karin.
Am 10. Januar nehmen die Familie und Rheinsberg offiziell Abschied von Tony Torrilhon. Wie die Angehörigen bereits mittels einer Anzeige informieren, findet die Trauerfeier um 13 Uhr statt.
Im Anschluss, etwa ab 14.30 Uhr, sind Freunde und Weggefährten, sowie alle, die mit dem Holzschnitzer und Grafiker freundschaftlich verbunden waren, in die Seehalle des Hotels der Fürst Donnersmarck-Stiftung eingeladen.
Damit wird den Rheinsbergern noch einmal Gelegenheit gegeben, sich an den kreativen und streitbaren Weggenossen zu erinnern, Worte des Gedenkens zu äußern und mit den Familienangehörigen ins Gespräch zu kommen.
Bereits wenige Tage nach seinem Tod hatte es in Rheinsberg eine Trauerveranstaltung gegeben. Vor seinem Haus in der Schlossstraße hatten sich damals rund 70 Bürger der Stadt und aus der Region versammelt, um seiner zu gedenken. Hans-Norbert Gast berichtete bei diesem Anlass mit bewegten Worten, welch großartiger Künstler und nahbarer Mensch Tony Torrilhon war. Noch heute liegen Blumen am Eingang, brennen Lichter und erinnern Fotos an ihn.
Tony Torrilhon, 1931 in der Nähe von Paris geboren, hatte nach dem Abitur zuerst Medizin studiert und war als Arzt tätig, bevor er sich ganz dem künstlerischen Schaffen verschrieb. Als Grafiker, Kupferstecher und Holzschnitzer schuf er unzählige Kunstwerke, die er in seiner Galerie in Rheinsberg ausstellte.
Der Stadt Rheinsberg, in die er 2003 mit seiner Frau Karin gezogen war, schenkte er am Bollwerk am Seeufer einen Skulpturenpark mit aus Holz geschnitzten Nixen, der Geschichte des Odysseus und anderen Objekten und Figuren. Trotz diverser Widerstände und behördlicher Hürden war der Künstler der Stadt und Region eng verbunden.
Tony Torrilhon, der neben der französischen seit 2013 auch die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, engagierte sich im örtlichen Verein Stadtgeschichte, sang im Chor der Kirchengemeinde, beteiligte sich an Veranstaltungen, wie der Langen Nacht der Künste, und zeigte seine kreativen Arbeiten in Ausstellungen, so unter anderem im Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum. Die Stadt ehrte ihn mit einer Medaille.
Neben seinen Kunstwerken, die es zu erhalten gilt, gibt es mehrere Bücher, in denen in Wort und Bild über sein Schaffen berichtet wird. Eines seiner letzten großen Arbeiten, eine vier Meter große Giraffe, hat eine dauerhaften Standort in der Gutsscheune in Zernikow gefunden. Außerdem gibt es noch einen einstündigen Film über den „Picasso von Rheinsberg". Geschaffen wurde der Streifen, der unter YouTube im Netz abrufbar ist, von Andreas Bell, einem Hamburger Filmemacher. Er zeichnet ein eindrucksvolles Bild des Künstlers, wie er über den Tod hinaus seinen Freunden und Bewunderern in Erinnerung bleiben wird.
[Bildtitel:] Der Künstler Tony Torrilhon war als Grafiker, Kupferstecher und Holzschnitzer tätig. Foto: Jürgen Rammelt
