Freizeit Die Mitglieder der Malgemeinschaft „Am Wald“ zeigen bunte Blumen, aber auch Landschaften und Stadtansichten. Von Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 25.11.2024)
Sie sind eine verschworene Gemeinschaft – die drei Mitglieder der Malgruppe „Am Wald“, die gegenwärtig mit einer Ausstellung in der Remise am Triangelplatz für Aufsehen sorgen. Es ist nicht ihre Schau in der Prinzenstadt. So war es auch kein Wunder, dass sich die Hobbymaler zur Vernissage vor einer Woche über zahlreiche Gäste freuen durften.
Seit 20 Jahren treffen sich Klaus-Peter Bensch, Karin Wegwart und Sybille Seibt zum gemeinschaftlichen Malen. „Am Wald“ ist die Straße am nördlichen Rand von Rheinsberg, wo bis vor drei Jahren alle drei wohnten. In einem Raum auf dem Grundstück von Klaus-Peter Bensch fand der wöchentliche Malabend statt.
Alle drei sind Autodidakten, aber leidenschaftliche Hobbymaler. „Aus Freude an der Freizeitbeschäftigung ist uns der Donnerstag heilig“, sagt Karin Wegwart, mit 85 Jahren die Älteste im Trio. Obwohl alle gleichberechtigt sind, ist Klaus-Peter Bensch eine Art Mentor. Der pensionierte Wasserschutzpolizist, der jetzt in Köpernitz wohnt, verfügt auch über die meiste Erfahrung.
Begonnen hat alles mit dem Malen einfacher Bilder in Kreidetechnik. Aber mit der Zeit experimentierten sie auch mit Materialien und Farben und wagten sich an Collagen. Nach dem Malen mit Kreide , Ölfarbe und Acryl sind sie inzwischen bei der Aquarelltechnik angelangt. Während Sybille Seibt und Karin Wegwart Blumen- und Naturmotive bevorzugen, ist Klaus-Peter Bensch für alles offen. „Er ist unser Experimentator“, scherzt Sybille Seibt.
Dass dies so ist, kann der Besucher in der Ausstellung schnell erkennen. Da ist zum Beispiel das Bild, das die „Geschichte der Wende“ zeigt. In einer Art Collage hat Bensch die Berliner Mauer, die Symbolik der vergangenen DDR, mit Elementen der Wiedervereinigung verknüpft. So sind auf dem Bild unter anderem ein Trabant, Helmut Kohl, demonstrierende Menschen, der Runde Tisch, der Bundesadler, das Arbeitsamt und die Losung „Wir sind ein Volk!“ zu erkennen.
Doch Bensch und seine Mitstreiterinnen haben auch an anderen Projekten mitgewirkt. So hat die Malgruppe gemeinsam mit dem Verein Stadtgeschichte Rheinsberg vor einigen Jahren historisch bedeutende Gebäude und Städteansichten maltechnisch in Szene gesetzt, von denen einige Gemälde in der Ausstellung gezeigt werden. Außerdem sorgt ein aus drei Bildern bestehendes Blumenmotiv für Aufsehen. Es ist ein Gemeinschaftswerk aller drei, jeder hat eins gemalt.
Seit knapp drei Jahren trifft sich das Trio in Familie Benschs neuem Zuhause in Köpernitz. Der 65-Jährige hat sich mit dem Kauf des ehemaligen Forsthauses einen Traum erfüllt. Das Grundstück bot die Möglichkeit, unter dem Dach eines Nebengebäudes ein großzügiges Atelier einzurichten. Dort werden seitdem donnerstags die Pinsel geschwungen.
Die Ausstellung unter dem Motto „Immer wieder & nie genug“, die noch bis zum 23. März in der Remise neben der Tourist-Information zu den Öffnungszeiten besucht werden kann, zeigt, welche Entwicklung die drei Hobbykünstlerinnen und -künstler genommen haben. Erste Eintragungen im Gästebuch bestätigen das. Und wem eines der Bilder gefällt, der könnte Glück haben. An etlichen der Gemälde steht der Preis, für den sie zu kaufen sind.
[Bildtitel v.o.n.u.:]
Sie sind seit vielen Jahren ein eingeschworenes Trio: Sybille Seibt (links), Karin Wegwart und Klaus-Peter Bensch. Fotos: Jürgen Rammelt
Klaus-Peter Bensch experimentiert gerne. Auf diesem Gemälde hat er die DDR zur Wendezeit bildlich umgesetzt.
Karin Wegwarts Leidenschaft sind farbenfrohe Stillleben.
Der Landschaftsmalerei hat sich Sybille Seibt hier gewidmet.