STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Drei Fragen an Jörg Möller / Mehr als 100 Exponate zu sehen

Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 21.08.2017)

Drei Fragen an:
Jörg Möller, Vorsitzender des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg

Herr Möller, das Haus der Stadtgeschichte ist eröffnet.

Sind Sie mit dem bisher Erreichten zufrieden?
Ja, und nicht nur ich, sondern alle im Verein sind stolz. Wir haben in unserem Haus drei gut ausgestattete Computerarbeitsplätze für unsere MAE-Arbeitskräfte geschaffen. Darüber hinaus haben wir Räume zur Aufbewahrung unserer Archivmaterialien beziehungsweise Depotgegenstände sowie einen Besprechungsraum eingerichtet. Und wir haben es geschafft, einen ersten Ausstellungsraum zu gestalten. Das Ganze ist uns nur durch die Unterstützung Rheinsberger Handwerksbetriebe gelungen, wofür wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchten und natürlich mit Hilfe zahlreicher Arbeitseinsätze unserer Mitglieder. Ein Dank geht auch an die Sparkasse, die mit ihrer Unterstützung einen schnellen Beginn der Arbeiten gewährleistete.

Was gab den Ausschlag für die erste Ausstellung im eigenen Haus?
Mit unserer ersten Ausstellung wollen wir uns bei den Rheinsbergern bedanken, die uns seit Jahren unterstützen, indem sie uns Gegenstände zur Rheinsberger Geschichte geschenkt haben. Wir dachten, dass dies sehr gut zur Eröffnung des Hauses passt.

Wie geht es mit dem Haus künftig weiter?
Wir haben noch große Pläne. Mittelfristig werden wir etwas mit dem Dach tun müssen. Ein schon viele Jahre zurückliegender Brand hat hier Spuren hinterlassen. Mit der Erneuerung des Dachstuhls könnte auch der Ausbau dieser Etage zu Veranstaltungsräumen einhergehen. Ein weiterer großer Schritt wird die behindertengerechte Erschließung des Gebäudes über einen Aufzug sein. Derzeit führen wir Gespräche zum europäischen Förderprogramm LEADER, das dabei vielleicht zur Anwendung kommen könnte. Aber auch hier wird das Aufbringen der Eigenmittel für die Förderung eine Herausforderung für uns werden. (jr)

Mehr als 100 Exponate zu sehen
Rheinsberger Haus der Stadtgeschichte ist offiziell eröffnet
Von JÜRGEN RAMMELT
Rheinsberg (RA) Als zum Jahresbeginn 2017 der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg das Haus in der Seestraße 22 kaufen konnte, ahnte keiner, wie viel Arbeit auf die Mitglieder des Vereins zukommen würde. Doch daran dachte am Freitag keiner mehr zurück. Nach gerade mal acht Monaten präsentierte der Verein nicht nur sein Haus der Öffentlichkeit, sondern zeigte in einer ersten Ausstellung auch, über welche Schätze er verfügt.
Zur Vernissage und offiziellen Eröffnung des Geschichtshauses folgten rund 40 interessierte Gäste der Einladung. In der Ausstellung werden alte Handwerkerrechnungen, kunstvoll gestaltete Meisterbriefe, Werbeschilder, Plaketten, Rheinsberger Keramik, historische Literatur über die Stadt, spezielles Zahnpulver und vieles mehr präsentiert. „Die historischen Stücke haben Rheinsberger Bürger dem Verein übereignet", berichtete der Vereinsvorsitzende Jörg Möller.
Er freute sich, dass der Verein mit dem Haus jetzt die Möglichkeit besitzt, die vielen Gegenstände sicher aufzubewahren, zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zu zeigen.
Laut Möller wurden 60 Namensschilder angefertigt, die den ausgestellten Objekten zugeordnet sind. Sie zeigen, wer die Spender der historischen Stücke sind. „Es ist nur eine Auswahl von dem, was wir besitzen“, so Möller.
So ist auch ein Fläschchen mit Carmolut ausgestellt, einem Pulver, das früher der Zahnpflege diente und im Carmolwerk hergestellt wurde. „Es ist das erste uns von Helmut Gruhle übergebene Objekt“, sagte Möller.
Freuen durfte sich der Vereinsvorsitzende auch über eine kleine Teekanne aus Rheinsberg die Heike Weicht dem Verein schenkte. Wie der Hobbyhistoriker betonte, ist jedes Teil für sich ein Gegenstand, den es zu bewahren gilt. So sei die erste Schau den Einwohnern gewidmet, die ihre Schätze in die Obhut des Vereins gegeben haben. Bei der Begrüßung der Gäste betonte der Vereinschef, dass das Haus der Stadtgeschichte mit seiner zentralen Lage und Funktionalität dem Verein die Möglichkeit biete, publikumswirksam auf sich aufmerksam' zu machen.
Ausdrücklich bedankte sich Jörg Möller bei der Sparkasse Ostprinitz Ruppin die dem Verein einen zinsgünstigen Kredit gewährte, der zum Kauf des Hauses notwendig war.
Aber der Dank galt auch den Rheinsberger Unternehmen und Handwerkern, die mit Material sowie Sach- und Arbeitsleistungen dazu beigetragen haben, dass die ersten Räume in relativ kurzer Zeit bezugsfertig hergerichtet werden konnten.
So gibt es im Haus der Stadtgeschichte neben dem Ausstellungsraum auch ein Zimmer, das dem Stadtchronisten Walter Teßner gewidmet ist. Dessen Tochter Rosemarie, die heute in Süddeutschland lebt und auch Vereinsmitglied ist, hat dem Verein die Möbel aus dem Arbeitszimmer ihres Vaters geschenkt, die jetzt nach Rheinsberg geholt wurden und an den Mann erinnern, der 1928 eine Chronik über die Stadt verfasste. Außerdem gibt es im Geschichtshaus einen Raum mit drei Computerarbeitsplätzen und weiteren Geräten zum Scannen und Kopieren. Hier arbeiten drei Personen, die bei der regionalen Arbeitsfördergesellschaft Rabs beschäftigt sind. Sie erfassen Beiträge aus der ehemaligen Rheinsberger Zeitung sowie Bauakten und andere Dokumente, um sie danach in die Vereinseigene Datenbank einzupflegen, in der schon rund 90 000 historische Fotos, Texte und andere Datensätze gespeichert sind.

 
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