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Riskante Abstimmung zum Nazi Litzmann

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(aus: Märkische Allgemeine; 26.04.2017)

Mittwoch, 26. April 2017 Riskante Abstimmung zum Nazi Litzmann Rheinsberg erkennt Ehrenbürgerschaft ab Rheinsberg. Es war äußerst knapp: Hätte nur einer der 13 am Montagabend anwesenden Stadtverordneten von Rheinsberg sich der Stimme enthalten, wäre Karl Litzmann weiter Ehrenbürger der Prinzenstadt. Denn um den Ehrentitel abzuerkennen, ist laut der Kommunalverfassung eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig. Im Falle Rheinsbergs mit seinen insgesamt l9 Abgeordneten mussten sich also mindestens 12,6 Stadtvertreter für das Streitig machen des Prädikats aussprechen. Der riskante Schachzug ist aufgegangen: Alle Abgeordneten, die in der Sitzung waren, haben sich dafür ausgesprochen, dass der bekannte Nazi und treue Gefolgsmann und Förderer Hitlers nicht mehr mit der-Ehrenbürgerschaft von Rheinsberg ausgezeichnet ist. Ein für alle Mal ist das Litzmann-Problem für Rheinsberg mit diesem Schritt allerdings nicht erledigt. „Der Beschluss kann nur einen symbolischen Charakter haben", mahnte noch in der Versammlung Frank-Rudi Schwochow. Der Fraktionsvorsitzende von BVB /Freie Wähler/FDP drang darauf, dass die Stadt sich dem Thema stellt - und die Situation auch darstellt, anstatt lediglich die Beschlussfassung in die Archive zu verbannen. Tatsächlich überlegt die Verwaltung der Prinzenstadt ohnehin, wie sie auf Ehrenbürger aufmerksam machen kann. Das sagte gestern Bürgermeister Jan- Pieter Rau auf MAZ-Anfrage. Die Idee ist, an die Titelträger - aber eben auch an die ehemaligen-wie in Neuruppin mit einer Ehrentafel im Saal des künftigen Rathauses zu erinnern. Außerdem will die Stadt auf die Ehrenbürgerschaft Litzmanns in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia aufmerksam machen. Erst im Herbst vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass der frühere General Karl Litzmann (1850 bis 1936] immer noch Ehrenbürger der Prinzenstadt ist. Der gebürtige Neuglobsower war General im Ersten Weltkrieg. Er erhielt 1915 die Ehre nbürgerschaft von Rheinsberg, gab diese aber nach einem Streit mit der Stadt 1929 erbost zmück. Soviel war bis 2016 bekannt. Erst der Verein Stadtgeschichte entdeckte allerdings, dass Rheinsbergs Stadtvertreter Litzmann 1934 erneut zum Ehrenbürger ernannt hatten. ca

 
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