STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Ganz unprätentiös gefeiert

Jürgen Ramelt
(aus: Märker; 29.10.2016)

Ganz unscheinbar gefeiert Rheinsberger Kleintierzücnter präsentieren zum 75. Vereinsjubilaum 250 Tiere/ Zahl der Mitglieder stark gesunken Von Jürgen Rammelt Rheinsberg. (mae) Wenn ein Verein 75 Jahre alt wird, ist das eigentlich Anlass, ein rauschendes Fest zu feiern. Der Rheinsberger Kleintierzuchtverein Rheinsberg D 425 beging sein Jubiläum indes ganz unprätentiös mit einer Veranstaltung, wie sie jedes Jahr stattfindet: einer Zuchtausstellung. Mittlerweile leidet das Hobby der Tierfreunde an fehlenden Anhängern. 250 Tiere gackerten, gurrten und murrten am Sonnabend und Sonntag im Gartencenter an der Berliner Chaussee. Neben 140 Tauben sowie 30 Zuchtkaninchen konnten die Besucher der Ausstellung auch 80 Hühner besehen. Der 1941 gegründete Verein, gehört zu den ältesten ehrenamtlichen Gemeinschaften in Rheinsberg. Vorsitzende über die Jahre waren Franz Schütt, Felix Schmidt, Gudrun Dittloff, Hans Wagner, Heinz Pommeranz, Werner Schmidt, Wolfgang Juhl, Günter Wustrau und Heinz Rensch. Seit 2005 leitet Dora Auricht die Geschicke des Vereins, der einst mehr als 30 Mitglieder zählte. Heute interessieren sich deutlich weniger Menschen für das Hobby. Die Rheinsberger Züchter haben nur noch neun Mitglieder. Dieser Rückgang bereitet Auricht und ihrem Stellvertreter Lothar Wehrbein Sorgen. „Allein in den vergangenen zehn Jahren sind eine Vielzahl von Züchtern gestorben“, berichtet Auricht, die sich mit 78 Jahren immer noch um die Geschicke des Vereins kümmert. „Jugendliche oder Kinder haben andere Interessen, als Kleintiere zu züchten“, so die Vorsitzende. In besseren Tagen wurden die Versammlungen und Ausstellungen in den unterschiedlichsten Lokalitäten veranstaltet. So gab es Kleintierschauen im ehemaligen Hotel Stadt Berlin, wo zurzeit das neue Bürgerzentrum entsteht, in den Räumen des ambulanten Handels und an anderen Orten der Stadt. Doch das ist längst Geschichte. Nach der Wende fanden die Züchter von Kaninchen, Hühnern, Tauben und Wassergeflügel Ausstellungsmöglichkeiten in einem Gewächshaus der Agrargenossenschaft Rheinsberg. 1998 konnte Heinz Rensch mit Hilfe der Genossenschaft eine vom Kernkraftwerk übergebene Baracke auf dem Gelände des Gartencenters aufstellen. Sie dient seitdem als Vereinsunterkunft und bietet ausreichend Platz für die Lagerung der Käfige, für Vereinstreffen und die jährlichen Ausstellungen. Für Dora Auricht sind die 250 ausgestellten Tiere ein Rekord. Allerdings war diese Anzahl nur möglich, indem Züchter aus Lindow, Mirow, Lutterow,Flecken-Zechlin und Kleinmutz sich an der Schau beteiligen. Bereits am Freitag wurden die Tiere von vier Juroren bewertet. Neben zwei Zuchtrichtern für die Tauben, hatte Dora Auricht je einen für die Hähne und Hühner sowie für die Kaninchen nach Rheinsberg bestellt. Die Stars der Ausstellung waren die Tauben, die in unterschiedlichen Rassen und Farbschlägen vertreten waren. Aber auch die edlen Kaninchen und farbenprächtigen großen und kleinen Hühner sorgten bei den Besuchern für Bewunderung. Die Bewertungskriterien sind streng. Neben den Zuchtmerkmalen geht es um den Körperwuchs, das Federkleid und andere Merkmale.Jens-Uwe Probst, Preisrichter für Kaninchen aus Neustadt, schaute sich die Langohren genau an. Ohren, Kopf und andere Zuchtmerkmale müssen stimmen, wenn am Ende der Bewertung ein „hervorragend“, sehr gut“ oder „gut“ als Urteil auf dem Wertungszettel stehen soll. Die Ausstellungsteilnehmer waren gespannt, wie die Preisrichter die Tiere bewerten. Für die besten Zuchtergebnisse gab es Ehrenpreise, Pokale und Urkunden. Für die Jubiläumsausstellung hat der Verein 500 Euro aus der zwei-Euro-Pauschale erhalten. „Darüber sind wir sehr froh“, so Dora Auricht, die zur Eröffnung der Schau neben dem Vorsitzenden der Kleintierzüchter Ostprignitz-Ruppin, Jürgen Kühn, auch den Rheinsberger Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU)und Ortsvorsteher Sven Alisch (SPD) begrüßen konnte. Natürlich ließen sich noch viele weitere Gratulanten sehen. Dazu gehörten Udo Blankenburger, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof, und Jörg Möller vom Verein Stadtgeschichte. Letzterer hatte Ausschnitte aus der einstigen Rheinsberger Zeitung mitgebracht: Bereits 1937 gab es einen Aufruf, einen Klein tierzüchterverein zu gründen. Wenn er erfolgreich gewesen sein sollte, wäre der Verein bereits vier Jahre älter.


 
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