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Nazi Litzman weiter Ehrenbürger

(aus: Märkische Allgemeine; 14.12.2016)

Nazi Lítzmann weiter Ehrenbürger Rheinsberg verschiebt die Abstimmung Rheinsberg. Ein Förderer von Adolf Hitler bleibt vorerst Ehrenbürger von Rheinsberg. Zwar wollten die Stadtverordneten am Montagabend über die Personalie Karl Litzmann (1850 - 1936) befinden, doch dazu kam es nicht. Der Grund: Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) wollte, dass im öffentlichen Teil darüber beraten wird, ob jemandem nach seinem Tode die Ehrenbürgerwürde aberkannt werden soll. „Darüber ist doch auch schon in der Öffentlichkeit diskutiert worden“, so Schwochow. Laut der Ehrenordnung in Rheinsberg ist eine öffentliche Diskussion der Stadtverordneten aber nicht möglich. Demnach muss über das Verleihen und Aberkennen von Ehrenbürgerschaften stets hinter verschlossenen Türen beraten und befunden werden. Die Folge: Die Kommunalaufsicht soll nun prüfen, ob die Stadt- verordneten über das Thema auch öffentlich beraten dürfen. Bis das geklärt ist. bleibt Litzmann somit Ehrenbürger von Rheinsberg. ,V „Diese Situation hätte man vermeiden können " , ärgerte sich gestern Rheinsbergs Ortsbürgermeister Sven Alisch (SPD). Schließlich lägen die Fakten zu Litzmann auf dem Tisch. Der gebürtige Neuglobsower Litzmann war General im Ersten Weltkrieg, erhielt 1915 die Ehrenbürgerschaft von Rheinsberg und gab diese nach einem Streit mit der Stadt 1929 erbost zurück. Das war seit Langem bekannt. Erst durch einen Hinweis vom Verein Stadtgeschichte Rheinsberg kam jedoch im Oktober heraus, dass Rheinsbergs Stadtverordnete unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Litzmann erneut zum Ehrenbürger ernannt hatten. Der General, der seit 1929 der NSDAP angehörte und 1932 als Alterspräsident des Reichstages in Berlin die Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler gefordert hatte, nahm die Rheinsberger Ehrung im Januar 1934 an (die MAZ berichtete). Rheinsbergs Stadtverordnete werden nun vermutlich am 6. Februar über die Personalie Litzmann befinden. Neuruppin hat diese Debatte schon hinter sich. Die Abgeordneten erkannten bereits 2007 die Ehrenbürgerschaft von Lítzmann ab, die dieser 1925 für seine Verdienste als General im Ersten Weltkrieg erhalten hatte. av


 
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