STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Ein Gedenkort gegen das Vergessen

Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 15.01.2016)

Rheinsberger Verein Stadtgeschichte kümmert sich um Gräber auf dem evangelischen Friedhof

Die Stadt Rheinsberg hat zwei Friedhöfe - einen kirchlichen und einen städtischen. Der Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde ist der ältere. Daher ist es auch verständlich, dass es dort etliche Gräber von einstigen Einwohnern gibt, die in der Stadt Spuren hinterlassen und Geschichte geschrieben haben.

Für den Verein Stadtgeschichte Rheinsberg war das ein Grund, dort einen Gedenkort einzurichten. So wurde in Absprache mit der Kirchengemeinde neben dem Eingang zur Schlossstraße eine Tafel aufgestellt, auf der Informationen zum Friedhof zu lesen sind und auf erhaltenswerte Gräber bekannter und verdienter Bürger hingewiesen wird.

Außerdem wurde in mehreren Arbeitseinsätzen eine Fläche geschaffen, auf der inzwischen etliche Steine von abgelaufenen Gräbern einen würdigen Platz gefunden haben. Die bemerkenswertesten Exponate an dem Gedenkort sind jedoch die eiserne Grabtafel von J. F. B. Krumteich, dem Leibarzt des Prinzen Heinrich, und die Nachbildung einer Tafel, die einst den Sarg des Gründers der ersten Rheinsberger Keramikfabrik Carl Friedrich Lüdicke zierte.

Erst vor wenigen Wochen haben Mitglieder des Vereins die Grabstätte der Familie Poscich instandgesetzt. Es wurden einige der aufgesetzten Buchstaben auf dem Grabstein des Gründers der Carmolfabrik neu befestigt und die Grabstelle in einen würdigen Zustand versetzt. Außerdem war ein Buchstabe abhanden gekommen, der ersetzt werden musste.

Wie Eberhard Gläser, der im Geschichtsverein für Friedhofsangelegenheiten und für die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde zuständig ist, erklärt, ist es grundsätzlich möglich, dass auch andere Grabsteine ehemaliger Rheinsberger, deren Liegezeit abgelaufen ist, am Gedenkort - gegen Zahlung eines einmaligen Betrages. Gegenwärtig ist der Verein sogar dabei, in Absprache mit Hinterbliebenen, kleine Schilder zu entwerfen, auf denen neben einem Foto erklärt wird, an wen der Grabstein erinnert.

Außerdem ist der Verein bemüht, nach und nach auch an weiteren Gräbern von Rheinsberger Ehrenbürgern und anderen Persönlichkeiten Schilder anzubringen, die Auskunft zu den dort begrabenen Verstorbenen geben. Darüber hinaus wirbt der Verein für Denkmalpatenschaften. Auch dabei geht es um Gräber, die erhaltenswert sind, wo es aber keine Hinterbliebenen mehr gibt, die sich um das Grab kümmern. In dem Fall soll nur das Denkmal erhalten bleiben. Die Paten, die für ihr Engagement eine Urkunde vom Verein erhalten, sind nur finanziell gefordert, wenn zum Beispiel der Grabstein die Rüttelprobe nicht besteht und kostenpflichtig eine Befestigung erfolgen muss.

Gern würde der Verein auch einen Gedenkort oder etwas Ähnliches auf dem städtischen Friedhof einrichten. Aber die Gespräche mit der Stadt führten bisher zu keinem Ergebnis. Auf dem Areal an der Menzer Straße befinden sich neben den Gräbern zahlreicher Einwohner auch die Ruhestätten gefallener Soldaten des Zweiten Weltkrieges sowie ein Gedenkstein, der an den Todesmarsch und andere Kriegsopfer erinnert.

 
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