STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Als es mit dem Traktor zum Spiel ging

Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 15.01.2016)

Film über Rheinsberger Fußballgeschichte bekam große Aufmerksamkeit

Mit einem Vortrag über den Rheinsberger Fußballverein Blau-Weiß 90 ist der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg am Dienstag in das neue Jahr gestartet. Rund 30 Besucher kamen dazu in den Ratskeller. Vor allem ehemalige und aktive Spieler Mitglieder des Vereins nutzten die Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen.

Die Grundlage für den Vortrag bildeten alte Filme, die einst Dietrich Siedow mit Fotos aus der Geschichte des Fußballvereins aufgenommen hatte. Wie Eckhard Bartel berichtete, landete dieses Material vor einigen Jahren bei ihm und schien in Vergessenheit zu geraten. Doch Bartel, der mit Fußball eigentlich nicht viel am Hut hat, aber Mitglied im Geschichtsverein ist, fand die Filme so interessant, dass er sie nicht ungenutzt lassen wollte.
So suchte er den Kontakt zum Urheber und holte sich die Erlaubnis, die Filme neu zu bearbeiten und zu vertonen. Doch damit wollte sich Bartel nicht zufrieden geben. Er entwickelte den Ehrgeiz, auch die Spieler auf den Fotos alle beim Namen zu nennen, Teile des Filmes mit Fußball-Liedern zu unterlegen und andere Dokumente mit einzuarbeiten.

„Das war nur möglich, indem ich das Gespräch zu ehemaligen Fußballspielern wie Joachim Ludwig, Gerhard Läge und Horst Steffen suchte“, so Bartel. Und bis auf zwei, hat er alle Namen der auf den Fotos vertretenen Fußballer ermitteln können.

Doch nicht nur die einzelnen Mannschaften und deren Spieler fanden am Dienstag Erwähnung. Erzählt wurde auch die Geschichte eines gewissen "Linse", einem Rheinsberger, der in den 1950er-Jahren die Spiele von Blau-Weiß 90 kommentierte und die Spielberichte unter diesem Pseudonym im Schaukasten veröffentlichte. Lange war nicht bekannt, wer hinter den oftmals kritischen Berichten steckte. Gerhard Läge, kam aber irgendwann Achim Ludwig auf die Schliche kam, als dieser einen seiner Berichte ans schwarze Brett heftete.

Dirk Klose lobte die Arbeit von Eckhard Bartel und dem Verein Stadtgeschichte. Der einstige Rheinsberger Fußballer und heutige Trainer im Kinderbereich der Blau-Weißen ist dabei, eine Chronik über den Rheinsberger Verein zu verfassen.

Für ihn ist die Recherchearbeit von Bartel eine große Hilfe. Außerdem hat gerade der Geschichtsverein herausgefunden, dass der Fußballverein sechs Jahre älter ist als angenommen und daher nach dem Jubiläum im vergangenen Jahr 2019 sein 100-jähriges Bestehen feiern darf.

Klose trug mit seinem Wissen über den Rheinsberger Fußball zur Erheiterung bei. So las er einige Berichte „Linses“ vor Und die enthielten neben reinen Spielberichten auch lustige Anekdoten. Etwa von den Spielern, die bis früh um fünf gefeiert hatten und beim darauf folgenden Spiel das Tor nicht trafen. Oder von Fahrten mit dem Traktor zu Spielen. Und ob eine Partie gewonnen oder verloren wurde - meist landeten die Kicker nach dem Abpfiff in der Kneipe.
Auch nach dem der Vortrag tauschten die Besucher noch manche selbst erlebte Geschichte aus. Dabei waren sich alle im Saal einig: Der Rheinsberger Fußball hat Höhen und Tiefen erlebt, es gab Mannschaften die für Furore sorgten, erfolgreiche Trainer und rührige Funktionäre sowie Spielerlegenden, die wie Albert Höhne, Kurt Gaenge, Horst Lippuner und die Tralles-Brüder und viele andere, die Fußballgeschichte geschrieben haben.

 
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