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Neuer Platz für alte Platten / Verein Stadtgeschichte will historische Grabsteine auf kirchlichen Friedhof erhalten / Ortsbeirat gibt 1500 Euro

(aus: Ruppiner Anzeiger; 09.09.2011)

Rheinsberg ▪ Der Ortsbeirat Rheinsberg macht 1500 Euro für ein Projekt des Vereins Stadtgeschichte locker. Zur Aufarbeitung der Rheinsberger Geschichte möchte dieser eine kleine Fläche des kirchlichen Friedhofs pachten, um dort Grabsteine mit historischer Bedeutung auszustellen.

Wenn man über den kirchlichen Friedhof in Rheinsberg wandert, fällt einem vor allen eines auf: An vielen Stellen sind auf den Grabplatten zwei farbige Schilder zu sehen. Ein gelbes, auf dem die Angehörigen aufgefordert werden, die Ruhestätte zu pflegen und ein rotes, als Hinweis darauf, dass das Nutzungsrecht an der Grabstelle bald endet. Unter diesen abgelaufenen Gräbern befinden sich allerdings auch einige, die man nicht einfach abbauen will. Die Personen, zu dessen Erinnerung diese Grabstätten einst entstanden, haben eine historische Bedeutung für die Stadt Rheinsberg. Als der Verein Stadtgeschichte eine Grabplatte des königlichen Hofraths und Leibarztes des Prinzen Heinrich, I.F.B Krumteich, geschenkt bekam, war den Mitgliedern klar: Es muss etwas passieren auf dem Friedhof. „Ein solches Geschenk ist immer ein zweischneidiges Schwert. Es ist eine Verpflichtung, aber auch schwer zu händeln“, erklärte Eberhard Gläser vom Verein gestern. Deshalb entstand ein Projekt, um wichtige Grabplatten zu schützen und den Rheinsberger Friedhof ansehnlicher zu machen. Auf der Ortsbeiratssitzung am Mittwoch stellten Jörg Möller, Vorsitzender des Vereins Stadtgeschichte, und seine Vereinskollegen dieses Vorhaben den Abgeordneten vor. Sie benötigten noch Geld zur Umsetzung und stießen im Gespräch auf große Zustimmung. Der Ortsbeirat einigte sich noch in derselben Sitzung darauf, das Projekt mit einem Betrag von 1500 Euro zu unterstützen, sollte der endgültige Antrag fristgerecht eingereicht werden. In Ihrer „Konzeption zur Präsentation von Gräbern beziehungsweise Grabsteinen auf dem kirchlichen Friedhof Rheinsberg“ wurde das Vorhaben des Vereins genau beschrieben. So soll eine Fläche – 27 Meter breit und 2 Meter tief – an der Südseite des Friedhofs abgetrennt werden. Das unbefristete Nutzungsrecht für diesen Bereich würde die Evangelische Kirchengemeinde dem Verein übertragen. Diese vorgesehene Fläche wird dann zur längerfristigen Aufbewahrung der Grabsteine genutzt, wenn alte Gräber geräumt werden müssen. Auch die geschenkte Platte vom Grab des Leibarztes Krumteich soll dort aufgestellt werden. Derzeit befindet sie sich schon provisorisch auf der vorgesehenen Fläche, da der Transport der 400 Kilogramm schweren Eisenplatte aufgrund ihres Gewichtes kompliziert ist. Am Eingang des Friedhofs soll zudem eine Informationsplatte aufgestellt werden. Diese soll 1,50 Meter hoch und ebenso breit sein. Neben grundlegenden Erklärungen sollen auch interessante Grabanlagen auf dem gesamten Friedhof in eine Karte eingezeichnet werden. Vor Ort befinden sich dann jeweils noch kleinere Informationstafeln. Der Plan des Vereins enthält sogar schon Vorschläge zum Bodenbelag der Ausstellungsfläche. So soll sie mit Rasenkantensteine abgegrenzt und mit Split, Kies oder Kieselsteinen belegt sein. Für Grabsteine, die keinen Platz auf der Fläche finden, sondern weiter an ihrem jetzigen Standort bleiben sollen, will der Verein die Pflege übernehmen. Dazu gehören etwa das Grab der Fabrikbesitzerfamilie Poscich und das des Rheinsberger Ehrenbürgers Dr. Martin Henning.

 
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