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Zurück zu den Wurzeln

Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 15.04.2013)

Zurück zu den Wurzeln

250 Jahre Keramik-diese Geschichte ist seit Sonnabend auf wenigen Quadratmetern dokumentiert



Fayencen der ersten Jahre,allerlei Geschirr und immer wieder die berühmte Teekanne:Die Exponate der Schau dokumentieren die wechselvolle Geschichte der Produktion.

Rheinsberg: Mit großem Bahnhof wurde am Sonnabend die Ausstellung "250 Jahre Keramik in Rheinsberg- gestern,heute,morgen" eröffnet. Dazu waren rund 200 Rheinsberger sowie zahlreiche Gäste aus Berlin,dem Land Brandenburg und sogar aus dem Ausland ins Schlosstheater gekommen.Nach der Festveranstaltung ging es vom Theater aus in die ehemalige Feuerwehrremise,in der die Ausstellung zu sehen ist.
Eröffnet wurde der Festakt im Schlosstheater von Bürgermeister Jan-Pieter Rau,der die Bedeutung der 250-jährigen Geschichte der Keramikproduktion in Rheinsberg würdigte.Laut Rau war es die Teekanne mit dem geschwungenen"R",die Rheinsberg in der Welt bekannt machte.Rau erinnerte daran,dass das an Fridericus Rex erinnernde "R" den Oberen zu DDR-Zeiten nicht gefiel und abgeschafft werden sollte. "Aber es setzten sich jene durch,die argumentierten: Fridericus Rex ist tot,aber die Teekanne ist unsterblich",sagt Rau.
Robert Franck,Vorsitzender des Heimatvereins Rheinsberger Seenkette,verwies auf die mehr als vierjährige Vorbereitung der Ausstellung.Er würdigte vor allem den Rheinsberger Hendrik Schink,der maßgeblichen Anteil am Entstehen der Schau hat und der eigentliche Macher ist.Der Dank Francks galt zudem den zahlreichen Leihgebern.
Lob gab es auch für die Stiftung der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin.Sie hatte Geld bereitgestellt,damit passend zur Schau auch ein Buch zur Geschichte der Keramikproduktion in Rheinsberg erscheinen konnte.
Sowohl Rau auch Franck verwiesen auf die vier Fertigungsstätten,die heute noch die ununterbrochene Keramikproduktion in Rheinsberg repräsentieren.Neben den Keramik- und Porzellankünstlern Karl Fulle und Hendrik Schink sind das die Dornbusch-Keramikmanufaktur und die Carstens-Keramik.Auch das Keramikhaus Rheinsberg mit seinen Ideen und der Präsentation von Keramikern aus ganz Deutschland tragen dazu bei,dass Rheinsberg als Keramikstadt bekannt ist.
Einen Exkurs in die 250-jährige Geschichte unternahm Karin Niemann.
Die Vorsitzende des Kunst-und Kulturvereins Rheinsberg ist eine Kennerin der Materie.In ihrem Vortrag wagte sie die Vermutung,dass die Keramikherstellung noch viel älter ist.Denn als der Radweg nach Flecken Zechlin gebaut wurde, stießen die Bauarbeiter auf die Reste eines 800 Jahre alten Brennofens.Den offiziellen Beginn der Produktion markiert aber die Herstellung von Fayencen und Geschirr für den Rheinsberger Hof unter Baron Johann Georg von Reisewitz. Auch die Familien Lüdicke,Seydel,Kameke und Carstens trugen zur Entwicklung des Keramikstandortes bei.Trotz etlicher Eigentümer- und Firmenwechsel,trotz Wirtschaftskrisen,Kriegen und Enteignungen blieb der Produktionsstandort Rheinsberg erhalten. Heute sind die Manufakturen Dornbusch und Carstens die Verwalter der Keramikgeschichte und-produktion,die mit der Ausstellung gewürdigt wird.
Deren Eröffnung war ein wahrer Festakt. Carola und Camilla Pinder leisteten mit Harfenklängen und Gesang einen musikalischen Beitrag dazu.Die "Neuesten Nachrichten aus alter Zeit"-ausgewählt und vorgetragen von Helmut Engels und Karoline Glaser - brachten manche Episode aus der Geschichte der Rheinsberger Keramikproduktion ans Licht.
Die Ausstellung selbst ist eine beeindruckende Dokumentation. Gezeigt werden Fayencen aus der Anfangszeit der Produktion,aber auch Gebrauchsgeschirr,Pokale,Schmuckteller,Figuren,ein Kocher und eine Wärmflasche aus Keramik und immer wieder die berühmte Rheinsberger Teekanne.Auch über die unterschiedlichen Techniken der Herstellung,die Glasuren und Farben wird in der Schau informiert.Die Austellerin mit dem weitesten Weg ist Linda Lingthon aus Kansas City.Die Lichtkünstlerin aus den USA hat vor einigen Jahren gemeinsam mit Hendrik Schink ein Projekt verwirklicht und ist der Einladung nach Rheinsberg gern gefolgt.Linder Lingthon stellt in der Remise "Luminous" aus.



Das Begleitbuch zur Ausstellung

- Im Begleitbuch zur Ausstellung gibt es ausführliche Berichte zur
250-jährigen Geschichte der Keramikproduktion in Rheinsberg

- Herausgegeben wurde es vom Heimatverein Rheinsberg Seenkette unter
Mitwirkung zahlreicher Autoren und der Edition Rieger.

- In dem 145-Seiten-Buch sind fast alle Objekte abgebildet und be-
schrieben. Außerdem gibt es eine Übersicht zu Präge-,Gieß-und
Ritzmarken sowie Farbstempeln zur Kennzeichnung der Rheinsberger
Produckte.




 
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