STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Im Dienst der Stadtgeschichte

Brain Kehnscherper
(aus: Ruppiner Anzeiger; 21.05.2015)

Für seine langjährigen Bemühungen um die Rheinsberger Stadtgeschichte ist Jörg Möller am Mittwoch als Brandenburgs Ehrenamtler des Monats ausgezeichnet worden. Der 57-jährige sieht die Ehrung seiner Person als Würdigung der Arbeit des gesamten Vereins.

Vor elf Jahren gründete Möller mit sechs weiteren historisch interessierten Enthusiasten den Verein Stadtgeschichte Rheinsberg. "Es gab immer Menschen, die sich mit der Geschichte beschäftigt haben. In der Kleinstadt kennt man sich. Bei einer Faschingsfeier haben wir eher aus einer Laune heraus gesagt, man schafft gemeinsam viel mehr - als eingetragener Verein", erinnert sich Möller.

Und zu tun gab es einiges. Denn das Stadtarchiv ging nach dem Zweiten Weltkrieg verloren. Die Geschichte Rheinsbergs war bestenfalls stückweise schriftlich festgehalten. Und tatsächlich gelang es den Hobbyhistorikern, die Historie nicht nur zusammenzutragen, sondern um viele Details aus dem Alltagsleben der Menschen zu bereichern. In der digitalen Datenbank, über die jeder Zugriff auf historische Dokumente bekommt, lässt sich nicht nur die allgemeine Entwicklung der Stadt im Laufe der Zeit nachvollziehen, sondern immer wieder auch die Geschichten einzelner Einwohner. In einem aktuellen Projekt wird die Datenbank um elektronisch aufgearbeitete Ausgaben der einstigen Rheinsberger Tageszeitung erweitert. Eine Mitarbeiterin der Arbeitsfördergesellschaft Rabs liest einzelne Artikel für ein Spracherkennungsprogramm ein. Somit soll die Suche nach Schlagworten noch vereinfacht werden. Für Möller ist dieses Projekt nicht nur in Brandenburg einzigartig - und hätte sich wohl nicht realisieren lassen, wenn die Hobbyhistoriker sich nicht im Verein zusammengeschlossen hätten. Nur so konnten auch die nötigen Fördermittel beantragt werden.

Seit der Gründung sitzt Möller dem Verein vor. Der gebürtige Hohen Neuendorfer lebt seit seinem vierten Lebensjahr in der Prinzenstadt. Ab 1976 arbeitete er im Kernkraftwerk (KKW). Als Konstrukteur fing er dort an. Nach der Wende war er zuständig für die Planung und Koordination des Rückbaus. Als Mitglied des KKW-Fördervereins setzt er sich zugleich dafür ein, dass das Areal nachgenutzt wird. Als Rheinsberger Stadtverordneter bekleidet Jörg Möller ein weiteres Ehrenamt.

Das würdigte auch der Chef der Staatskanzlei Brandenburg, Rudolf Zeeb, im Rahmen der Auszeichnung. Vor allem aber lobte er die Bemühungen Möllers und seiner Mitstreiter um die Geschichte der Stadt. "Zukunft braucht Herkunft", zitierte Zeeb Brandenburgs ehemaligen Landesvater Matthias Platzeck. Das gelte vor allem für die Regionen. Die Arbeit der Hobbyhistoriker habe geholfen neue Techniken zu entwickeln, um jedem den Zugang zur Geschichte zu ermöglichen. "Es ist wichtig, Geschichte zu sammeln und dabei nicht nur an die großen Zusammenhänge zu denken, sondern auch an die einfachen Menschen vor Ort."

Die Entwicklung des Vereins beweist, welche Wertschätzung dessen Arbeit in der Prinzenstadt genießt. Aus den anfänglich sieben Gründungsmitgliedern wurden 59. Seit einiger Zeit hat der Verein zudem eine eigene Stiftung, um die Arbeit finanziell weniger abhängig von Fördergeldern zu machen. Die Stiftung soll vor allem dazu dienen, das Haus der Stadtgeschichte, das Möller und seine Mitstreiter aufbauen wollen, zu unterhalten. Zumindest die laufenden Kosten sollen so aufgefangen werden. Ein geeignetes Gebäude zu finden, ist das nächste Projekt der Hobbyhistoriker.

 
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