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Die Teekanne weist den Weg – Hans-Jürgen Naundorf kämpft für Keramikpfad in Rheinsberg/Stadtverordnete entscheiden am Mittwoch

Jürgen Rammelt & Carsten Schäfer
(aus: Märkische Allgemeine; 04.12.2012)

Eine Kachel mit einer Teekanne soll die Touristen in Rheinsberg zu den Orten der Keramikproduktion führen. Über das Projekt entscheiden am Mittwoch die Stadtverordneten.

RHEINSBERG
Wenn es in Rheinsberg in absehbarer Zeit einen Keramikpfad geben soll, müssen die Stadtverordneten jetzt Nägel mit Köpfen machen. Bis zum 15. Januar muss der entsprechende Fördermittelantrag beim Land eingereicht werden. Damit das klappt, müssen die Stadtverordneten ihn bei ihrer Sitzung am Mittwoch verabschieden. Er steht im nichtöffentlichen Teil der Sitzung auf der Tagesordnung. Hans-Jürgen Naundorf, der Chef der Keramikmanufaktur Dornbusch, hofft auf diesen Beschluss. Er hatte die Idee zu dem Pfad, nachdem er bei einem Besuch in Norddeutschland ein ähnliches Projekt gesehen hatte. Er konnte die anderen Keramiker in der Stadt als Partner dafür gewinnen.

Der Pfad soll aus Kacheln bestehen, die in die Bürgersteige eingelassen werden und Besucher auf fünf Routen zu Orten der Keramikproduktion in Rheinsberg führen und so an die 250-jährige Geschichte der Keramik in der Prinzenstadt erinnern (die MAZ berichtete). Ausgangspunkt soll der Kirchplatz sein, wo sich das Keramikmuseum von Hendrik Schink befindet.

Von dort aus soll der Pfad zur Carstens Keramik in der Rhinpassage, zum Rosenplan, wo beim Radwegebau die Bauarbeiter auf einen etwa 800 Jahre alten Brennofen gestoßen waren und zur ehemaligen Manufaktur Lüdicke in der Königstraße führen. Außerdem sollen das Keramik-Atelier von Karl Fulle in der Rhinpassage sowie die Dornbusch-Keramik Ziele werden. Laut Hans-Jürgen Naundorf wird das Vorhaben unabhängig von weiteren Projekten entwickelt. So beabsichtigt etwa der Verein Stadtgeschichte an den Gebäuden und Standorten Texttafeln anzubringen, auf denen Erläuterungen zur Keramikproduktion stehen. Rheinsberg ist laut Hans-Jürgen Naundorf der drittälteste Standort der industriellen Keramikproduktion in Deutschland. Bereits 1762 wurden in Rheinsberg Steinzeugprodukte und Fayencen hergestellt. Eng mit der Geschichte verbunden ist die Rheinsberger Teekanne, die seit über 200 Jahren hergestellt wird.

Deswegen wurde die Teekanne ausgewählt, die als Wegweiser den Keramikpfad prägen soll. Sie wird als Kachel oder Relief in die Bürgersteige eingelassen. Jede der fünf Routen zu einem der Keramikstandorte soll eine eigene Farbe bekommen. In einem noch zu entwickelnden Faltblatt werden die Pfade dargestellt und die Geschichte und Bedeutung der Zielorte beschrieben.

Naundorf geht davon aus, dass für die insgesamt 2600 Meter der fünf Wegstrecken etwa 260 bis 300 Teekannenwegweiser in den unterschiedlichen Farben benötigt werden.

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Hans-Jürgen Naundorf mit einer Rheinsberger Teekanne und einer Testkachel für den Keramikpfad

 
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