STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Ehrenvolle Erinnerungen – Mit Steinmalen von eingeebneten Grabstätten erinnert der Verein Stadtgeschichte an Rheinsberger Bürger

Jürgen Rammelt
(aus: Märkische Allgemeine; 23.11.2012)

Ein königlicher Leibarzt, ein Fabrikbesitzer und ein Schlossermeister: Ein spezieller Gedenkort für bedeutende Rheinsberger ist nun auf dem kirchlichen Friedhof eröffnet worden.

RHEINSBERG
Das Areal entstand gleich neben dem Eingang zur Schlossstraße. Steinmale von eingeebneten Grabstätten liegen dort. Daneben ist eine Tafel angebracht, auf der Besucher Wissenswertes über die Geschichte der Rheinsberger Friedhöfe erfahren: Einen speziellen Gedenkort hat der Verein Stadtgeschichte auf dem kirchlichen Friedhof in Rheinsberg angelegt. Damit will er an Verstorbene aus der Prinzenstadt erinnern, die mehr oder weniger bedeutend waren.

Gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und dem Ortsbeirat initiierte der Verein das Projekt. Auch einheimische Unternehmen und Privatpersonen unterstützten die Aktion. Die Attraktion der neu geschaffenen Anlage ist eine schwere gusseiserne Grabplatte, die einst das Grab des Königlichen Hofrats Krumteich zierte. Er war Leibarzt von Prinz Heinrich und lebte von 1753 bis 1809.

Daneben gibt eine Tafel, auf der 20 Grabstellen abgebildet sind, Auskunft über die Rheinsberger, die die Stadtgeschichte bereichert haben. Neben den Ehrenbürgern der Stadt – dem Arzt Martin Henning (1875-1955) und dem Schlossgärtner Hellmut Ambrosius (1904-1992) – wird an den einstigen Besitzer der Carmolfabrik Rudolf Poscich (1864-1947) oder an den Pfarrer Manfred Sprenger (1933-1995) erinnert. Auch den Schlachter Albert Wiese, Schlossermeister Emil Meissner oder den Fleischer Heinz Thurmann hat der Verein Stadtgeschichte am neuen Gedenkort verewigt.

Doch das soll nach den Worten von Vereinsmitglied Hans-Norbert Gast erst der Anfang sein. So erklärte er vor Kurzem im Rheinsberger Ortsbeirat, dass der städtische Friedhof in das Projekt mit einbezogen werden soll. Dort befinden sich beispielsweise die Kriegsgräber und die Gedenkstätte für die Opfer des Naziterrors.

Um auf das Friedhofsareal aufmerksam zu machen, will der Verein Stadtgeschichte in der Tourismusinformation Flyer auslegen, die auf einen Stadtrundgang mit Abstecher zu der Grabstätte hinweisen.

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Die Friedhofsgeschichte
Vor mehr als 300 Jahren befand sich der Friedhof in Rheinsberg noch in der Nähe der Kirche.
Nach dem Brand von 1740 und dem Wiederaufbau der Stadt wurde der kirchliche Friedhof in seiner heute bekannten Form angelegt.
Als er nicht mehr ausreichte, wurde an der Menzer Straße eine städtische Begräbnisfläche angelegt.
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Ein Gedenkort für Rheinsberger Persönlichkeiten: Hans-Norbert Gast vom Verein Stadtgeschichte und Pfarrer Lothar Wittkopf (v.l.) bei der Eröffnung.
Foto: Hans-Peter Dageroth

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Die Steinmale erinnern an Ärzte, Pfarrer oder Schlossermeister aus Rheinsberg.
Foto: Jürgen Rammelt

 
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