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Stiftung am Start / Erste Spenden für Fehrbellin sind eingegangen, aber die Gemeinde sucht weitere Gründungsstifter

Celina Aniol
(aus: Märkische Allgemeine; 11.03.2014)

FEHRBELLIN
Es ist angerichtet: Die neue Bürgerstiftung der Gemeinde Fehrbellin ist gegründet. Seit einigen Wochen schlummert eine halbe Million Euro, die die Kommune als Grundstock spendiert hatte, auf dem Stiftungskonto. Nun startet die nächste Phase: Die Gemeine sucht Menschen, die das Stiftungskapital und damit auch dessen Erträge erhöhen, die gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken zugutekommen sollen. Ein erster Unternehmer aus der Region hat bereits 1000 Euro überwiesen. „Aber es gibt noch mehr Interessenten, die sich im Rathaus gemeldet haben und mit denen ich im Kontakt stehe“, berichtet Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke.

Als Lockmittel für den Start hat die Gemeinde eine besondere Klausel eingebaut: Diejenigen, die bis zum 30. Juni 1000 Euro und mehr einzahlen, gelten als Gründungsstifter. „Das sind dann sozusagen die urkundlich konservierten Mütter und Väter der Stiftung“, sagt Ute Behnicke. Eine weitere Bestimmung sorgt dafür, dass jeder, der mindestens diese Summe überweist, später Mitglied in der Stiftungsversammlung ist. Dieses Gremium wiederum wählt den aus drei bis fünf Personen bestehenden Stiftungsrat, der über die Vergabe der Erträge entscheidet. „Auf diese Weise können die Zustifter nicht nur einfach Geld für einen guten Zweck spenden, sondern auch gleich mitbestimmen, wie die Stiftung mit Leben erfüllt wird“, sagt Ute Behnicke. „Das liegt mir besonders am Herzen.“

Damit die Menschen in der Region merken, dass das Geld in der Stiftung gut aufgehoben ist und zum weiteren Spenden motiviert werden, soll es schon in diesem Jahr erste Ausschüttungen geben. Gefördert werden Verein, Interessengemeinschaften oder Einzelpersonen, die sich ums Gemeinwohl kümmern. Ob sie sich dabei um Jugend, Senioren, Kultur, Feuerschutz, Bildung oder Sport bemühen, ist unwesentlich. Einzige Bedingung: Das Geld wird nur ausgeschüttet, wenn die Aktivitäten der Luchregion zugutekommen.

„Fehrbellins Bürgerstiftung ist eine Plattform mit unheimlich großen Gestaltungsräumen“, sagt Sparkassenvorstand Markus Rück. Die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin ist ein Partner der Kommune, deren Stiftung unter das Dach der Stiftergemeinschaft des Kreditinstituts geschlüpft ist. „Die Sparkasse ist unser Helfer in allen Lebenslagen“, sagt Ute Behnicke. Denn zum einen nimmt die Bank der Kommune Verwaltungsaufgaben ab. Zum anderen zeigt sich großzügig: Insgesamt 14 000 Euro überwies diese auf das Fehrbelliner Stiftungskonto. Außerdem sichert die Sparkasse eine jährliche Ausschüttung von drei Prozent zu. Bei niedrigerem Zinssatz stockt sie die Summe um die benötigte Differenz auf. Dadurch steht fest, dass der Stiftungsrat 2014 bereits 15 000 Euro verteilen kann. „Damit können wir all das finanzieren, was das Leben schönmacht“, sagt Ute Behnicke, die vor über einem Jahr die Idee für die Stiftung hatte. Der Hintergrund: Sie wollte garantieren, dass das bürgerschaftliche Leben Fehrbellins auch dann noch unterstützt wird, wenn die Kommune in absehbarer Zeit kein Geld mehr hat. „ich bin sehr dankbar, dass die Gemeindevertretung meinen Flausen gefolgt ist.“


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Eine Region geht stiften
Zu der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, die 2010 gegründet wurde, gehören neben der Fehrbelliner Bürgerstiftung auch die im Jahr 2011 errichtete Förderstiftung des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums und die 2012 ins Leben gerufene Stiftung des Rheinsberger Vereins Stadtgeschichte. Die Rheinsberger Bürgerstiftung, die ebenfalls unter dieses Dach schlüpfen soll, stehe kurz vor der Gründung, so Sparkassensprecher Christopher Arndt. Die Stadt stattet sie mit 5000 Euro Kapital aus.

Auch die Stadt Neuruppin überlegt, ob sie sich mit ihrer seit 2008 bestehenden „Stiftung soziales Neuruppin“ nicht auch an die Sparkassengemeinschaft anschließt. Interessant ist diese für Kommunen, weil die Bank alle Verwaltungsaufgaben übernimmt, 10 000 Euro sowie eine einwohnerabhängige Pauschale zustiftet und einen Zinsertrag von mindestens drei Prozent garantiert.

Die Fehrbelliner Stiftung kann man mit einer Einzahlung unterstützen:
IBAN: DE23 1605 0202 1001 0074 48;
BIC: WE LA DE D1 OPR. Diejenigen, die bis 30. Juni mindestens 1000 Euro überweisen, sind Gründungsstifter.

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Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke, Sparkassenvorstand Markus Rück (r.), Gemeindevertretervorsitzender Hans-Peter Erdmann und Banksprecher Christopher Arndt (l.)

 
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