STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Gedenkort auf dem Friedhof/Seit Sonntag erinnern Tafeln an die Entwicklung der Stadt und mit ihr verknüpfte Persönlichkeiten

Inez Bandoly
(aus: Ruppiner Anzeiger; 19.11.2012)

Rheinsberg. Ob Tierarzt, Pfarrer, Studienrat oder Zahnarzt: Bei einem Rundgang über den alten Friedhof können Besucher Grabstätten von Menschen finden, die die Stadt durch ihr Mitwirken geprägt haben und deren Verdienste in Erinnerung bleiben sollen.

Der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg und die Evangelische Kirchengemeinde hatten für Sonntag zur Einweihung des Gedenkortes auf dem Friedhof eingeladen. Gut drei Dutzend Menschen kamen und versammelten vor der großen neuen Informationstafel. Hans-Norbert Gast vom Verein Rheinsberger Stadtgeschichte und Pfarrer Lothar Wittkopf begrüßten die Besucher und berichteten über ihre Initiative, die seit fast einem Jahr läuft.
„Der Friedhof ist ein Ort, des Vergangenen zu gedenken. Er trägt gerade so dazu bei, das Gegenwärtige und Aktuelle in einem größeren Zusammenhang zu sehen“, sagte Wittkopf.
Der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg und die Evangelische Kirchengemeinde haben sich zur Aufgabe gemacht, die aus historischer, architektonischer und künstlerischer Sicht wertvollen Grabmäler auch nach Ablauf der Liegefristen zu erhalten. Mit dem auf dem Gedenkort aufgestellten Grabplatten und Grabsteinen wollen sie an Personen und Begebenheiten aus dem Rheinsberger Stadtgeschehen erinnern und auf diese Weise dazu beitragen, dass sich die Geschichte der Stadt erschließt.
Der Vorschlag den Friedhof dauerhaft als Gedenkort zu nutzen, kam gut an. „Wir haben die Initiative dankbar aufgenommen“, sagte Wittkopf. Er berichtete weiter, dass einige juristische Fragen zur Realisierung des Projektes aber zunächst im Konsistorium in Berlin geklärt werden mussten. „In der Regel sterben alte Menschen, manchmal sind es die Kinder, oft sogar die Enkel, die das Grab nach der Liegefrist beräumen“, so Wittkopf. Er meinte, dass über die Gräber eine Verzahnung der Generationen erfolgt. Die Nachfahren setzen sich dabei mit der Geschichte ihrer Familie auseinander. Der Pfarrer wünschte sich, dass viele Menschen auf den Friedhof kommen und sich einladen lassen, zu Verweilen und etwas über die Stadt zu lernen.
Auf dem Gottesacker sind die zwei kreuzförmigen Hauptwege charakteristisch, die diese Ruhestätte zusammen mit dem zentralen Holzkreuz als christlichen Begräbnisplatz kenntlich machen. Hier sind auch Beisetzungen von Verstorbenen möglich, die nicht der Kirche angehört haben. Heute prägen schlichte Grabstätten aus unserer Zeit das Bild. Aus dem 19. Jahrhundert sind noch einige aufwendig gearbeitete schmiedeeiserne Grabgitter zu sehen. Aus dem 18. Jahrhundert sind bis auf wenige Ausnahmen keine Grabanlagen mehr erhalten.
„Die erste Stufe des Gedenkortes ist fertig“, sagte Hans-Norbert Gast. Die Informationstafel steht. Sie bietet Besuchern viel Wissenswertes über Rheinsberg und enthält Lagepläne mit den vier Friedhöfen der Stadt. Dazu sind Fotos von Grabstätten bekannter Rheinsberger zu sehen. Elise Sprogies aus Linow stand wie viele Besucher neugierig vor der Informationstafel. „Der hat meine erste Krone gemacht“, verriet sie lächelnd. Die 80-Jährige zeigte auf das Bild mit der Grabstätte von Zahnarzt Emil Flüssel, der von 1880 bis 1951 lebte. Auch an Pfarrer Manfred Sprenger erinnerten sich noch viele.

unter dem Bild links oben:
Aufmerksame Besucher: Die Menschen folgten der Einladung zur Einweihung des Gedenkortes.

Bild links unten:
Austausch: Pfarrer Lothar Wittkopf im Gespräch mit den Menschen auf dem Friedhof. Elise Sprogies kommt aus dem Ortsteil Linow.

Bild rechts:
Groß und übersichtlich: Die Informationstafel weist auf Grabstätten für die Entwicklung der Stadt wichtiger Persönlichkeiten hin.

 
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