STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Eine Aufgabe für die Nachwelt Der Verein Stadtgeschichte hat sich das Ziel gestellt, die Rheinsberger Zeitung elektronisch zu archivieren (Ruppiner Tageblatt)

Jürgen Rammelt
(aus: Märkische Allgemeine; 11.03.2006)

JÜRGEN RAMMELT RHEINSBERG Es ist eine zeitraubende Arbeit, die sich Eberhard Gläser vorgenommen hat. Das Mitglied des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg ist seit einigen Wochen dabei, alte Ausgaben der Rheinsberger Zeitung einzuscannen. Im Obergeschoss des Marstalls, wo sich einst die Bibliothek des Prinzen Heinrich befand, besitzt der Verein einen kleinen Raum, in dem er seine „Schätze“ aufbewahrt. Dazu gehören neben einer Postkartensammlung, Rheinsberger Notgeld und unterschiedlichen stadtgeschichtlichen Dokumenten auch einige Exemplare der einstigen Zeitung. In dem Raum steht auch die Technik, die Eberhard Gläser für das Einscannen benötigt. Neben einem ganz normalen Computer ist es vor allem ein Gerät mit dem ganze Zeitungsseiten elektronisch erfasst werden können. „Die Technik wurde im Kernkraftwerk Rheinsberg ausrangiert und dem Verein gesponsert“, berichtet der Rheinsberger, der vor seiner Pensionierung selbst in dem inzwischen stillgelegten Betrieb gearbeitet hat. Herausgeber war Carl Thurmann Herausgeber der Zeitung war mit Carl Thurmann ein Rheinsberger. Sitz des Druckhauses und Verlages soll die Königstraße 5 gewesen sein. Noch heute ist an dem leer stehenden Gebäude ein inzwischen verblichener Schriftzug zu erkennen, der an die Zeitungsära erinnert. Außerdem gab es Am Markt2, wo sich heute der Ratskellerkomplex befindet, noch eine Verkaufsstelle, in der es die Zeitung zu kaufen gab und Anzeigen aufgegeben werden konnten. Noch viele offene Fragen „Die ,Rheinsberger Zeitung’ ist wahrscheinlich 1896 zum ersten Mal erschienen“, berichtet Gläser.„Bei der Durchsicht alter Exemplare stieß ich auf eine Ausgabe aus dem Jahr 1900, die als 4. Jahrgang gekennzeichnet war.“ Wann die Zeitungsproduktion eingestellt wurde, weiß man laut Gläser nicht mit Gewissheit. Das vom Datum letzte bekannte Exemplar ist aus dem Jahr 1942. Ob es danach noch weitere Jahrgänge gab, das möchte der Verein gern ergründen. Immerhin gibt es Hinweise, dass das Blatt bis zum Kriegsende existierte. Die Rheinsberger Zeitung erschien als Wochenblatt für den Kreis Ruppin mit einem großen Anzeigenteil. „Es gab fast kein Rheinsberger Geschäft oder Unternehmen, die nicht in der Rheinsberger Zeitung annoncierten“, vermutet Gläser, der sich ausgiebig mit der in Fraktur-Schrift erschienenen Zeitung beschäftigt hat. „Unternehmen gab es damals einige.“ Dabei ist ihm aufgefallen, dass zum Beispiel eine Familie Hirschfeld, der in dem Buch „Juden in Rheinsberg“ ein Kapitel gewidmet wurde, in der Zeitung mehrfach mit Annoncen vertreten war. Auch über das Thema Kurtaxe wird in der Zeitung geschrieben, indem die Gastwirte klagen, dass ihnen die Kundschaft ausgeht. Da die Zeitung dreimal in der Woche herausgegeben wurde und damit etwa 150- mal im Jahr erschien, hat Eberhard Gläser errechnet, dass es rund 10000 Ausgaben während der Erscheinungszeit waren. Ob der Verein diese Zeitungen alle einscannen wird, kann heute noch niemand sagen. Da jedoch die Gefahr besteht, dass die noch vorhandenen Zeitungen zerfallen, hat sich der Verein Stadtgeschichte die Aufgabe gestellt, die Zeitung für die Nachwelt in elektronischer Form zu speichern. Gegenwärtig sind es etwa 120 Exemplare, die Gläser einscannen will. Es sind Zeitungen aus dem Bestand der stadtgeschichtlichen Sammlung sowie aus einem Ankauf, den sich der Verein vor einiger Zeit geleistet hat. Suche nach alten Exemplaren Bevor die Zeitung gescannt werden kann, wird sie seitenweise in eine Folie gelegt. Manche Exemplare sind so beschädigt, dass Gläser die einzelnen Fragmente mit einer Pinzette zusammensetzen muss. Es gibt aber auch Seiten, die Fehlstellen aufweisen und nicht mehr reparabel sind. Gläser und die Mitglieder des Vereins hoffen, dass es noch zahlreiche Einwohner gibt, die über Exemplare der Rheinsberger Zeitung verfügen. Sie werden gebeten, diese leihweise dem Verein zur Verfügung zu stellen, damit die Seiten eingescannt werden können. „Es wird sorgsam damit umgegangen“, versichert Eberhard Gläser. Ziel ist es, die Zeitungen jahrgangsweise auf CDs zu speichern. So könne man später einzelne Beiträge auf dem Monitor betrachten. Für jeden Chronisten und Heimatforscher wären dann die erfassten Ausgaben zugängig. Wer dem Verein helfen möchte und noch Exemplare der Rheinsberger Zeitung besitzt, den bittet Eberhard Gläser, sich unter Tel.033931/37760 an den Vereinsvorsitzenden Jörg Möller zu wenden.

 
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