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Einen Freund verloren Rheinsberg trauert um seinen Ehrenbürger Jürgen Graf (Ruppiner Tageblatt)

Jürgen Rammelt
(aus: Märkische Allgemeine; 23.10.2007)

JÜRGEN RAMMELT RHEINSBERG  Rheinsberg trauert um seinen Ehrenbürger Jürgen Graf, der am Sonnabend im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben ist. „Er hat unsere Stadt geliebt und ich denke, dass auch die Rheinsberger Jürgen Graf in ihr Herz geschlossen haben“, sagte gestern Erich Kuhne. Er und viele andere Rheinsberger ließen gestern keinen Zweifel daran: Mit Jürgen Graf hat die Tucholskystadt einen Freund verloren. „Ich habe Jürgen Graf noch als Rias-Reporter in Erinnerung, als wir als Kinder den Sender hörten“, erzählt der CDU-Mann. Jürgen Graf, einst Chefreporter beim „Radio im amerikanischen Sender“ in Berlin, gilt dort als Rundfunklegende. Kein Mann der großen Worte Privat war Graf kein Mann der großen Worte. Er liebte es, im Stillen zu wirken und zu helfen, vor allem der Stadt Rheinsberg, die er Anfang der 90er-Jahre zum ersten Mal besuchte und die für ihn zur zweiten Heimat wurde. Rheinsbergs Bürgermeister Manfred Richter trauert um den Förderer der Stadt und um den Freund. Er und seine Frau Sylvia hatten einen besonders engen Kontakt zu Graf. „Es ist schwer, alles aufzuzählen, was Jürgen Graf für unsere Stadt getan hat“, sagte Richter gestern der MAZ. Da ist das Friedrich-Denkmal oder der Wartturm, für deren Sanierung Graf großzügig spendete und andere Spender nach Rheinsberg holte. Da ist der Trinkbrunnen am Markt, den Graf ebenfalls mitfinanzierte. Ohne ihn hätte es auch den U-Bahn-Wagen nicht gegeben und damit auch nicht die Serie „U-Bahn-Talk“. „Aber das ist noch längst nicht alles“, so Richter, der vor allem sein Engagement für die vielen kleinen Projekte würdigte. Die Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof, der Kinder- und Jugend-Musikverein (Kijumu), die Schulen, der Verein Stadtgeschichte, die Stadtbibliothek und viele andere profitieren vom Engagement des Berliners Jürgen Graf. In die Prinzenstadt kam Jürgen Graf durch Michael Stellmacher. Stellmacher, früher Sportchef bei Bild, überredete den Freund und Kollegen, mit nach Rheinsberg zu kommen. Spontan engagiert Dort hatten sich gerade engagierte Unternehmer wie Christian Carstens, Heinz Götsch und Matthias Seidel zum Wirtschaftsverein „WiR“ – zusammengeschlossen. Spontan trat Graf dem Verein bei und half dem Verein fortan mit Rat und Tat. Mit seiner Hilfe wurden unter anderem die Weihnachtsmärkte organisiert. In seinem Berliner Bekanntenkreis ließ Graf kaum eine Gelegenheit aus, um Spenden für Rheinsberger Projekte zu werben. 1996 beschlossen die Rheinsberger Stadtverordneten, Jürgen Graf die Ehrenbürgerwürde zu verleiehn. Es wurde eine gelungene Überraschung für den großen Freund der Stadt: Ahnungslos ließ er sich im Juli in den Spiegelsaal des Schlosses lotsen, wo schon alles für die Feierstunde vorbereitet war. Die Rheinsberger erlebten ihren Förderer zum ersten Mal sprachlos. Durch die Ehrenbürgerwürde fühlte sich Graf noch mehr mit Rheinsberg verbunden. Freunde und Weggefährten der Rheinsberger Zeit reagierten gestern bestürzt auf die Nachricht vom Tode Grafs. „Es gab kaum einen Besuch in Rheinsberg, bei dem wir uns nicht gesehen und ein paar Worte gewechselt haben“, berichtete der einstige Konditormeister Heinz Götsch, Mitbegründer von „WiR“. Auch Michael Stellmacher zeigte sich erschüttert vom Tode seines Freundes, dem es trotz einiger erfolgreicher Operationen in jüngster Zeit gesundheitlich sehr schlecht gegangen war. Am 29. Dezember wäre Jürgen Graf, der auch Träger des Bundesverdienstkreuzes ist, 80Jahre alt geworden. „Ich hätte mir gewünscht, dass er seinen Ehrentag in seinem Rheinsberg erlebt“, so Michael Stellmacher.

 
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