STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Hohenelse und seine wechselvolle Geschichte

Das 1904 eingeweihte Genesungsheim dient seit seinem Bestehen fast ausnahmslos medizinischen Zwecken. Intention und Art der Nutzung ändern sich freilich im Zuge gesellschaftlicher Dynamik.

Sofern es die Quellenlage erlaubt, widmet sich Holger Pfeifer sämtlichen Stationen dieser Entwicklung gleichermaßen: Der Leser lernt Prof. Dr. Hermann Krause kennen, erlebt die Gründung des Genesungsheims sowie dessen erste Jahre in der Kaiserzeit. Der Weltkrieg bringt verwundete Soldaten nach Hohenelse, die Inflation schließlich Mangelernährte.

Eine Zäsur bedeutet die Machtergreifung der Nationalsozialisten, die das Ensemble zum "Jugendhof" umfunktionieren - zu einer (Um-)Erziehungsstätte für im Ausland aufgewachsene deutsche Kinder. Bereits ab 1940 richtet man allerdings wieder einen Teil des Gebäudekomplexes als Lazarett ein. Nach einer kurzen, chaotischen Übergangsphase im Zuge des Kriegsendes betreibt die Rote Armee hier ihr Lazarett für die eigenen Soldaten.

Nachdem die Gebäude geräumt sind, widmet man sich in Hohenelse der Tuberkulose: Die Krankheit ist während der durch Hunger und unzureichende Hygiene gekennzeichneten Nachkriegszeit eine ernsthafte Bedrohung. Ab 1966 erfährt die Einrichtung den grundlegenden Wandel von der Lungenklinik zum Sanatorium für Menschen mit Erkrankungen des Verdauungssystems. Dem noch immer herrschenden Mangel begegnen alle Beteiligten durch Eigeninitiative.

In den 1980ern verordnet man der Einrichtung "von oben" einen Indikationswechsel in Richtung Diabetikersanatorium. Dass der eigentlich geplante, vielstöckige Neubau dem Gelände erspart bleibt, liegt an fehlenden Finanzen. Die DDR-typische Beschaffungskreativität der neuen Leitung erlaubt jedoch, die Altbauten zu sanieren.

Die Wendejahre erlebt Hohenelse als in der Substanz erhaltenes Ensemble mit einfallsreicher Führung. Schon 1991 legt Landes-Gesundheitsministerin Regine Hildebrandt den Grundstein für den überfälligen Neubau: einen, den das Gelände ästhetisch verträgt. Dem neuen Jahrtausend begegnet die Reha-Klinik mit permanenter Lernbereitschaft, kulturellen Angeboten, Tagungen und dem Charme gewachsener Tradition.


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