STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Der Gedenkort

Als der Stadtgeschichtsverein 2008 die Grabplatte des Hofrats Krumteich erhält, wächst der Wunsch, an den Leibarzt des Prinzen Heinrich pietätvoll zu erinnern. Dieser Idee entspringt die Suche nach einem Ort, an dem das kollektive Gedächtnis der Stadt für künftige Generationen bewahrt werden kann. Die Evangelische Kirchengemeinde kommt dieser Absicht entgegen, indem sie einen Platz auf ihrem Friedhof zur Verfügung stellt.

Dort zeigt der Verein Grabsteine, Sargtafeln und Grabplatten von Ruhestätten, deren Liegefristen abgelaufen sind. Außerdem pflegen die Mitglieder Gräber, die aus historischer, kultureller oder ästhetischer Sicht erhaltenswert sind. Über die Lage dieser Gräber sowie über die dort Bestatteten informiert eine am Eingang befindliche Tafel. Eine weitere Informationstafel ist Carl Friedrich Lüdicke gewidmet: Seit März 2014 würdigt sie das für Rheinsberg bedeutsame Wirken des Keramikfabrikanten. Das Herzstück dieser Präsentation ist eine Replik der Sargtafel Lüdickes, deren aus dem 18. Jahrhundert stammendes Original die Stiftung Stadtmuseum Berlin aufbewahrt.

Der jederzeit zugängliche Gedenkort befindet sich auf dem kirchlichen Friedhof, unmittelbar neben dem Eingang Schlossstraße. Die Vereinsmitglieder sind bestrebt, den Gedenkort in den Stummen Stadtrundgang einzubeziehen, um ihm die verdiente Beachtung zukommen zu lassen.


Rheinsberger Begräbnisplätze

Der kirchliche Friedhof
Im Mittelalter streben die Gläubigen danach, so nahe wie möglich bei ihren Heiligen begraben zu werden: Beinahe 500 Jahre lang umgibt der Rheinsberger Begräbnisplatz unmittelbar die zentral gelegene Pfarrkirche Sankt Laurentius.
Erst der Wiederaufbau nach dem vernichtenden Stadtbrand im Jahr 1740 löst eine Veränderung aus. Platzmangel in der größer geplanten Stadt sowie hygienische Gründe bewegen den königlichen Architekten Knobelsdorff dazu, den Gottesacker vor das Granseer Tor (Scheunentor) zu verlegen, östlich außerhalb der Befestigungsanlage.
Aus dem 18. Jahrhundert stammende Grabstellen sind beinahe vollständig verlorengegangen. Gegenwärtig überwiegen auf dem kirchlichen Friedhof schlichte Grabstätten des 20. Jahrhunderts, wenngleich einige schmiedeeiserne Einfriedungen aus dem 19. Jahrhundert erhalten sind.

Der städtische Friedhof
Bestatten die Rheinsberger ihre Verstorbenen während des Mittelalters in geweihten Gemeinschaftsgräbern, so erwächst in den folgenden Jahrhunderten allmählich ein neues Verständnis: Leichnam und Grabmal bilden nun eine Einheit, weshalb Massengräber im 19. Jahrhundert abgeschafft werden. Zu jener Zeit steigt auch die Einwohnerzahl, sodass zunehmende Einzelbestattungen zu erhöhtem Platzbedarf auf dem Friedhof führen. Darüber hinaus lassen sich Juden in der Prinzenstadt nieder, die ebenfalls einen Begräbnisplatz benötigen. Der Rheinsberger Kantor Traugott Pinkert schreibt 1899 in seiner Chronik: "Nun ist inzwischen auch der Kirchhof draußen vor der Stadt ‚alt' geworden. Er erwies sich in letzter Zeit als nicht mehr ausreichend, und man legte wenige hundert Schritte weiter, vor etwa sechs Jahren einen neuen Friedhof an ..."
Dieser Begräbnisplatz dient seitdem als städtischer Friedhof für nicht-christliche Bestattungen. Er beherbergt sowohl das einzige jüdische Grab der Stadt als auch ein Ehrengrab für die während des Todesmarsches in Rheinsberg umgekommenen KZ-Häftlinge. Zugänglich ist der Begräbnisplatz von der Menzer Straße aus.

Der Sowjetische Ehrenfriedhof
1947 wird ein Sowjetischer Ehrenfriedhof für die in und bei Rheinsberg gefallenen Soldaten der Roten Armee angelegt. Sämtliche Steine und Grabplatten sind kyrillisch beschriftet. Die Pflege des Mahnmals obliegt der Stadt. Der Begräbnisplatz befindet sich zwischen Schiller- und Dr.-Martin-Henning-Straße, im nördlichen Stadtgebiet. Zugänglich ist er zwar nicht, jedoch vollständig von außen einsehbar.

Reinigung des Gedenkortes für den Totensonntag, 21.11.2017


Grabstätte Fam. Poscich nach der Herrichtung, Nov. 2015

Erneuerung der Inschrift am Grabkreuz des Freiherrn Speck von Sternburg durch Restauratorin Sandra Bothe, Sept. 2014

Die Informationstafel mit der Sargtafel-Replik steht, 14.3.2014

Versenken des Gestells, 14.3.2014

Vorbereitungen zum Aufstellen einer Informationstafel, 14.3.2014

Hans Norbert Gast und Pfarrer Lothar Wittkopf bei der Eröffnung des ersten Projektabschnitts, 18.11.2012

Publikum bei der Eröffnung, 18.11.2012

Tafelentwurf, Juli 2012

Anbringen des Tafelentwurfs, Juli 2012

Grabplatte erhält einen neuen Anstrich, Juli 2012

Anlieferung von Kies durch die Fa. Burckhard Belau, März 2012

Aufstellung des Rahmens für die Infotafel, März 2012

Säuberung der Grabplatte, März 2012

Grabplatte des Leibarztes, März 2012

Arbeitseinsatz, Dezember 2011

Baustelle im Dezember 2011

vorgesehene Stelle für das Projekt an der Südseite des Friedhofs

Grabstätte Fam. Poscich

Grabstätte Fam. Dr. Henning

Grabplatte des Leibarztes von Prinz Heinrich
 
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