STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Die Internet-Datenbank

Der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg hat bereits in seinem Gründungsjahr 2004 die Idee einer eigenen Internet-Datenbank zur Erschließung stadtgeschichtlicher Informationen: Darin wird das gesammelte Material systematisch erfasst, um es Interessierten kostenfrei online zur Verfügung zu stellen.

Wie funktioniert die Recherche in der Datenbank?

Von der Startseite aus gelangen Sie mit einem Klick zur Datenbank. Bevor Sie Zugriff darauf erhalten, öffnet sich ein Login-Fenster. Geben Sie sowohl beim Kenn- als auch beim Passwort "Gast" ein. (Hinweis für neue Vereinsmitglieder: Sie erhalten Ihren individuellen Zugang vom Administrator.)

Anschließend befinden Sie sich in der Suchmaske der Datenbank, die Ihnen die Angabe diverser Parameter erlaubt, beispielsweise die Auswahl eines bestimmten Zeitraums, thematische Eingrenzungen oder die Art des gesuchten Objekts. Sie befinden sich nach dem Login automatisch in der Stichwortsuche, können jedoch mit Klick auf die oben befindlichen Register-Tabs ins thematisch geordnete Verzeichnis oder in die Bildsuche wechseln. Ihre Suchergebnisse finden Sie stets unterhalb der Eingabemaske.

Bitte beachten Sie, dass die Nutzungsrechte für sämtliche Daten, sofern nicht anders angegeben, bei den Urhebern oder beim Stadtgeschichte Rheinsberg e.V. liegen - danke!

Um die Datenbank zu verlassen, ist kein Logout nötig: Schließen Sie einfach die entsprechenden Registerkarten in Ihrem Browserfenster.


Was leistet die Datenbank?

Schon wenige Jahre nach Projektstart gewährleistet das Online-Archiv sowohl schnelle Recherche dank der Volltextsuche als auch die Speicherung wertvollen Bildmaterials sowie den Schutz der Originale. Selbstverständlich wächst die Datenbank weiterhin, denn die Mitglieder pflegen sowohl aktuelles Material als auch historische Quellen ein, die ihnen als Leihgaben oder Schenkungen überlassen werden.

Die Vorteile eines zentralen Internet-Archivs im Verhältnis zur dezentralen Ausgangslage:
  • Konzentration digitalisierter Quellen in einem Pool
  • Zugriff via Internet für jedermann
  • Effektive Recherche dank Volltextsuche
  • Schutz der Originale
  • Hohe Qualität der Scans

Während Heimatforscher normalerweise gezwungen sind, sich an diverse Archive und Museen zu wenden, haben sie mit der Datenbank des Rheinsberger Stadtgeschichtsvereins die Möglichkeit, zeit- und kostensparend online zu recherchieren. Im Mai 2014 enthält das Internet-Archiv knapp 50 000 Datensätze: fotografierte Objekte, gescanntes Bildmaterial sowie digitalisierte und transkribierte Texte (Druckerzeugnisse und andere Dokumente einschließlich Handschriften). Zu diesem Zeitpunkt neu ist die Aufnahme weiterer Formate wie Audio- und Videodateien.


Wie entsteht die Datenbank?

Aufgrund der Lizenzkostenfreiheit wählt der Verein das Datenbanksystem MySQL. In Eigenleistung entwerfen die Mitglieder die Datenbankstruktur sowie eine Benutzeroberfläche, die sowohl Eingabe als auch Recherche ermöglicht. Nutzen sie anfangs noch einen privaten Server, speichern sie ihre Daten inzwischen bei jenem Anbieter, der auch die Homepage der Stadt Rheinsberg bereitstellt.

Wie ehrgeizig das gesamte Vorhaben ist, wird anhand der Ersterfassung deutlich: Selbst die leidenschaftlichen Hobbyhistoriker sind mit der Digitalisierung sämtlicher Quellen zeitlich überfordert. Die Zusammenarbeit mit der Rheinsberger Arbeitsförderungsgesellschaft mbH mindert dieses Problem: ABM- beziehungsweise MAE-Kräfte scannen und transkribieren die vorhandenen oder unaufhörlich neu eingehenden Originale, um sie sodann in die Datenbank einzupflegen. Anschließend nehmen Vereinsmitglieder die Qualitätskontrolle der neuen Datensätze vor.

Weitere Unterstützung erfährt das Projekt noch vor 2009 durch das Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Ein auf Empfehlung der Ministerin Johanna Wanka einberufener Ausschuss beschließt:
  • Die Datenbank gilt als Pilotprojekt für künftige gleichartige Vorhaben anderer brandenburgischer Kleinstädte. In diesem Sinn ist eine modellhafte Lösung zu erarbeiten, auf die vergleichbare Städte zurückgreifen können.
  • Das Ministerium unterstützt das Projekt, weil es bisher einzigartig im Bundesland ist.
  • Das Landeshauptarchiv begleitet das Projekt wissenschaftlich beratend.



Welche Daten speichert der Verein in der Datenbank?
  • Permanente Datenbankerfassung: vor Ort vorhandene Archivalien wie Chroniken, Literatur, Fotos, Ansichtskarten, Gemälde, Zeitzeugenberichte, Handwerkerprodukte, Werbegegenstände, Rechnungen, Urkunden, Filme, Tonaufzeichnungen ...
  • Etwa 470 historische Bauakten des Bauamtes der Stadt Rheinsberg: Digitalisierung 2013 abgeschlossen, Erfassung der Metadaten 2014 abgeschlossen
  • Metadaten des Brandenburgischen Landeshauptarchivs zur Erfassung vorbereitet
  • Metadaten des Kreisarchivs Ostprignitz-Ruppin bereits erfasst
  • Metadaten des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege bereits erfasst
  • Metadaten des Archäologischen Landesmuseums bereits erfasst
  • Rheinsberg betreffende Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung der Jahrgänge 2001 bis 2009, die von der Zeitung digital archiviert wurden: bereits erfasst. Die Jahrgänge 1945 bis 2001 liegen auf Mikrofilmen vor. Über deren Umwandlung in computerlesbare Bilder und die OCR-Verarbeitung ist noch zu entscheiden.
  • Rheinsberger Zeitung von 1897 bis 1945: Jahrgänge 1926 bis 1942 vollständig, ältere Ausgaben teilweise digitalisiert; Transskripte & Datenbankerfassung seit April 2014 in Arbeit
(Stand Mai 2014)
Der Verein Stadtgeschichte beabsichtigt, diese Liste um weitere Archive und Museen zu ergänzen.

Um doppelte Datenhaltung zu vermeiden, beschränken sich die Mitglieder bei jenen Archiven auf Erfassung der Metadaten, die sich für die Möglichkeit des direkten Zugriffs aufgeschlossen zeigen: Wer beispielsweise in der vereinseigenen Datenbank etwas sucht, das im Archäologischen Landesmuseum archiviert wird, soll trotzdem auf der Internetseite der Stadtgeschichtler fündig werden. Um diese technisch anspruchsvolle Absicht in die Tat umzusetzen, steht der Stadtgeschichtsverein mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam in Kontakt.


Welche Aufgaben ergeben sich aus dem Status als Pilotprojekt?

Die Datenbank des Vereins Stadtgeschichte besitzt Modellcharakter, sie soll also anderen Vereinen oder Institutionen in vergleichbaren Kleinstädten eine umsetzbare Lösung bieten. Diese Anforderung bringt es mit sich, das eigene Vorgehen permanent hinsichtlich seiner Praktikabilität zu überprüfen.

ARCHIV-ERSCHLIEßUNG
Ausgehend von der hiesigen Situation ist eines der wichtigsten Archive das Brandenburgische Landeshauptarchiv (BLHA) in Potsdam. Angesichts der dort aufbewahrten Datenmenge ist es notwendig, zunächst ein Spezialinventar zu erstellen, das die Metadaten der auf Rheinsberg bezogenen Archivalien beinhaltet. Gemäß seiner modellhaften Rolle wird dieses Verzeichnis so erstellt, dass Nachfolgeprojekte anderer Städte es für ihre dortigen Bedingungen übernehmen können:
  • Insbesondere sind Kennzahlen erforderlich, wonach sich der Aufwand im Verhältnis zur Gemeindegröße, zu den nachgelagerten Archiven und zu weiteren Parametern berechnen lässt.
  • Mit der Aufnahme der Metadaten geht die Prüfung einher, welche der gesichteten Archivalien
    • überhaupt bildlich/textlich erfasst werden sollen und auf welche Weise das geschehen kann (Schutz der Originale genießt Priorität),
    • aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in Internetdatenbanken veröffentlicht werden dürfen.
  • Für ehrenamtlich tätige Institutionen ist es wichtig, professionelle Ansprechpartner zu Rate zu ziehen, die bereit sind, einen solchen Prozess fachkundig zu begleiten: Der Partner des Rheinsberger Stadtgeschichtsvereins ist die Fachhochschule Potsdam.
  • Die Metadaten zu erfassen, verursacht erheblichen Aufwand, der von Ehrenamtlichen allein nicht zu erbringen ist: Für den Rheinsberger Verein übernimmt ab 2011 eine Arbeitskraft diesen Part, die über die bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH gewonnen und durch das BLHA angeleitet wird.
DATENBANKSTRUKTUR
Die eingepflegten Daten differieren vor allem nach Art, Zeit und Menge. Je mehr Datensätze angelegt werden, desto mehr neue Kriterien treten in den Vordergrund. Andererseits greifen vorhandene Parameter für manche Objekte zu kurz oder treffen gar nicht zu, während eigentlich wichtige Merkmale noch fehlen. Deshalb überprüfen die Vereinsmitglieder die Datenbankstruktur ständig dahingehend, ob sie den gewachsenen Anforderungen noch gerecht wird.

BENUTZEROBERFLÄCHE
Dasselbe gilt für die Suchkriterien. Stellen die Vereinsmitglieder beispielsweise fest, dass bestimmte Objekte mit naheliegenden Parametern oder Stichworten nicht gefunden werden, optimieren sie die Auswahlkriterien. Im Sinne der Benutzerfreundlichkeit muss die Vorauswahl der Suchkriterien so gestaltet sein, dass Rechercheure möglichst wenig Vorwissen benötigen, um fündig zu werden: Die optionale Einteilung nach Epochen, die Auswahl nach Objektart und die Suche im thematisch bereits geordneten Verzeichnis kommen diesem Bedürfnis entgegen.

KONZEPTION
Wie Struktur und Oberfläche befindet sich auch das Konzept ständig auf dem Prüfstand. In der ersten Projektphase lautete das Ziel, in die vorhandene Datenbank möglichst viele Daten einzupflegen. Je enger sich die Kooperation mit anderen Archiven gestaltet, desto drängender wird jedoch die Frage, wie sich der Zugriff auf dortige Daten gestalten kann:
  • Übernimmt der Verein sämtliche verfügbaren Daten in sein Online-Archiv oder
  • Schafft er Schnittstellen, die von der eigenen Internetseite aus den direkten Zugriff auf dortige Daten erlauben?
Drei Nachteile bringt das erste Verfahren mit sich: Die Daten benötigen Speicherplatz (Kosten), müssen in die Datenbank eingepflegt werden (Zeit) und können nur in gewissen Abständen aktualisiert werden (Aktualität/Vollständigkeit). Man hätte also doppelten Arbeitsaufwand, doppelte Datenhaltung sowie zweifelhafte Aktualität.
Im zweiten Fall gäbe es diese Schwierigkeiten nicht: Der direkte Zugriff auf externe Archive garantiert dem Rechercheur, den dort jeweils aktuellen Bestand zu durchsuchen. Für den Verein ergäbe sich der Vorteil, wertvollen Speicherplatz anderweitig verwenden und die einmal aufgebaute Struktur ständig nutzen zu können.
Aufgrund der beschriebenen Vorteile bevorzugen die Stadtgeschichtler die zweite Alternative. Bei der Realisierung unterstützt das Potsdamer HPI den Verein.
 
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