STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Erschließung anderer Archive

Historische Dokumente befinden sich sowohl in privaten als auch in institutionellen Archiven. Während die Privatsammlung gelegentlich Glücksfunde zutage fördert, lassen sich Institutionen systematisch erkunden. Allerdings ist die Recherche in dezentralen Archiven zeit- und kostenaufwendig.

Bereits in seinem Gründungsjahr 2004 beschließt der Verein Stadtgeschichte deshalb, ein öffentlich zugängliches und möglichst vollständiges Zentralarchiv für Rheinsberg aufzubauen: die Internet-Datenbank. Die Idee dahinter: Alle extern archivierten Quellen werden über die vereinseigene Datenbank zugänglich sein. Um dem Anspruch der Vollständigkeit gerecht zu werden, beginnen die Mitglieder, andere Archive zu erschließen.

Private Archive und Sammlungen

Dachböden und Keller beherbergen nicht selten alte Dokumente, Fotos, Zeitungen oder Gegenstände, die zwar nicht viel Geld einbringen, aus Sicht des Heimatforschers aber hohen Wert besitzen. Dabei muss es sich nicht gleich um komplette Aufzeichnungen handeln, wie die jüngeren Chronisten Goßmann und Modrow sie hinterlassen haben. Einzelne Objekte, etwa die vom ehemaligen Bürgermeister Richter gefundene Carmol-Zahncreme, sind aus stadtgeschichtlicher Perspektive echte Kleinodien.

Welche Lebenswege sich hinter manchem Fund verstecken, wäre eine eigene Betrachtung wert. Zeitzeugnisse erreichen den Stadtgeschichtsverein aus ganz Deutschland, zum Beispiel drei Titelseiten einer Monatsschrift, auf deren Rückseite sich Carmol-Werbung befindet. Der Absender schreibt, er hätte gedacht, bevor er sie wegwerfe, schicke er sie lieber nach Rheinsberg, vielleicht wisse man dort etwas damit anzufangen.

Eine ehrfürchtig bestaunte Kostbarkeit geht den Hobbyhistorikern im April 2014 aus Wuppertal zu: das ohne Begleitschreiben als Paket eingetroffene Foto-Album der Zweiten Gardeschützen-Kompanie von 1902 bis 1904. Das außerordentlich gut erhaltene Stück beinhaltet sogar die originale Legende, sodass sich die Abgebildeten namentlich zuordnen lassen - ein echter Glücksfall!

Die Mitglieder des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg bedanken sich an dieser Stelle herzlich für Sachspenden und vertrauensvoll überlassene Leihgaben. Sollten Sie ebenfalls "Rheinsbergalia" finden, freuen sich die Stadtgeschichtler über Ihre Kontaktaufnahme.

Institutionelle Archive

  • Das Kreisarchiv Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin
    Da alle amtlichen Unterlagen Rheinsbergs dorthin ausgelagert wurden und werden, befindet sich in Neuruppin ein bedeutender Fundus. Im Jahr 2011 erfasst eine über die Rheinsberger Arbeitsförderungsgesellschaft mbH beschäftigte Arbeitskraft die Metadaten vor Ort. Diese Daten sind vollständig im vereinseigenen Online-Archiv erfasst. Die zweite Projektphase widmet sich der Digitalisierung jener Akten, gegen deren Veröffentlichung es keine datenschutzrechtlichen Einwände gibt. Die Dokumente zu scannen, ist Voraussetzung dafür, dass die Stadtgeschichtler sie weiterbearbeiten und in die Datenbank einpflegen können. Währenddessen wartet im Kreisarchiv eine weitere Aufgabe: die Metadaten derjenigen Quellen, die indirekten Bezug zur Geschichte Rheinsbergs besitzen.

  • Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Das Archäologische Landesmuseum in Wünsdorf
    Der Zusammenarbeit mit den beiden Institutionen ist es zu verdanken, dass die Metadaten der in Rheinsberg nach 1990 durchgeführten archäologischen Grabungen erschlossen und bereits in die Datenbank eingegeben sind. (Ältere Grabungsberichte befinden sich nicht in Wünsdorf.) Die Berichte selbst gehören den durchführenden Firmen. Deshalb beabsichtigen die Vereinsmitglieder, jedes der betreffenden Unternehmen zu kontaktieren: Das Ziel ist, die vollständigen Text- und Bilddokumentationen digitalisiert in die Datenbank zu übernehmen.

  • Das Brandenburgische Landeshauptarchiv (BLHA) in Potsdam
    Hier befindet sich der wohl größte Bestand zur Geschichte der Stadt Rheinsberg. Eine über die bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH in Potsdam gewonnene Arbeitskraft erschließt die betreffenden Metadaten unter Anleitung des BLHA. Parallel zur 2011 begonnenen Aufnahme dieses Spezialinventars werden besonders interessante Akten sofort gescannt. 2014 sind die Metadaten für Datenbank-Erfassung vorbereitet.

  • Die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) in Potsdam
    Aus dem Grundsatz, dass morgen heute schon gestern ist, leitet sich die Notwendigkeit ab, aktuelle Informationen zu speichern. Für eine Regionalzeitung, die regelmäßig über Rheinsberg berichtet, gilt das aus Sicht der hiesigen Stadtgeschichtler natürlich erst recht. Der Verein vereinbart deshalb mit dem Chefredakteur, die im elektronischen Archiv der MAZ vorhandenen Rheinsberg-Artikel der Jahrgänge 2001 bis 2009 in die Datenbank zu kopieren. Ältere Ausgaben archiviert das Blatt seit 1946 als Mikrofilme. Die Hobbyhistoriker sind bestrebt, diese Filme in computerlesebare Bilder umzuwandeln, denn nur solches OCR-fähige Material eignet sich für die Übernahme in die Datenbank.

  • Die Staatsbibliothek Berlin (SBB)
    Dass die Staatsbibliothek für den Rheinsberger Stadtgeschichtsverein manchen Schatz bereithält, vermuten die Prinzenstädter schon lange. Als sie die vollständigen Jahrgänge 1925 bis 1942 der Rheinsberger Zeitung finden, ist die Freude dennoch riesig: Auf einen solchen Fundus zu stoßen, hätten sie nicht zu träumen gewagt. Im Frühjahr 2014 liegt der gesamte Berliner Bestand digitalisiert vor - bereit zur Weiterbearbeitung, um möglichst zügig in der Datenbank veröffentlicht zu werden. Angesichts der fruchtbaren Zusammenarbeit mit der SBB hoffen die Vereinsmitglieder auf weitere Kostbarkeiten.

  • Die Stiftung Stadtmuseum in Berlin
    Auch die Stiftung Stadtmuseum verwahrt einen Schatz aus Rheinsberg: Im Märkischen Museum befindet sich die Zinn-Sargtafel von Carl Friedrich Lüdicke. Der Berliner verhilft der Prinzenstadt als Keramikfabrikant im 18. Jahrhundert zu Weltruhm. Um sein Wirken zu ehren, lässt der Stadtgeschichtsverein eine Replik der Sargtafel anfertigen, die seit März 2014 am Gedenkort in Rheinsberg zu sehen ist.

  • Geheimes Staatsarchiv - Preußischer Kulturbesitz in Berlin
    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam

    Die Institutionen beherbergen umfangreiche Quellen zur Stadtgeschichte Rheinsbergs. Sie zu erschließen, bleibt ein wichtiges Vereinsziel. Bisherige Kontakte verlaufen ermutigend: Die Archive stellen einzelne Akten bereitwillig zur Verfügung und gestatten deren auszugsweise Veröffentlichung im Kalender oder in der Datenbank.

Besuch von Dr. Scholz vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv, 2008
 
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